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Schaden-Kosten-Quote gesunken Allianz: Geht doch

Stand: 14.05.2019, 08:16 Uhr

Die Allianz hat im ersten Quartal dank starker Zahlen in der Schaden-Unfallsparte mehr verdient als erwartet. Damit sieht sich der Konzern auf gutem Weg, seine Ziele in diesem Jahr zu erreichen.

Das operative Ergebnis stieg im ersten Quartal um 7,5 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro, wie Deutschlands größter Versicherungskonzern am Morgen mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten ihr im Schnitt nur knapp 2,9 Milliarden zugetraut. Die in der Branche viel beachtete Schaden-Kosten-Quote, auch Combined Ratio genannt, sank von 94,8 Prozent auf 93,7 Prozent und damit deutlicher als erwartet (94,2 Prozent).

Den Umsatz, also die Summe aus Beitragseinnahmen und Fondsgebühren, steigerte die Allianz von Januar bis März um neun Prozent auf 40,3 Milliarden Euro. Ohne Zukäufe und Währungseffekte wären es 7,5 Prozent gewesen. "Allianz hat sehr gute Ergebnisse im ersten Quartal erzielt und ist auf einem guten Weg, die Jahresziele für 2019 zu erreichen", erklärte Vorstandschef Oliver Bäte.

Jahresprognose bestätigt

Der Versicherer strebt für das laufende Jahr ein operatives Ergebnis von elf bis zwölf (2018: 11,5) Milliarden Euro an. Die Experten erwarten einen Betrag nahe dem oberen Ende der Spanne. Der Nettogewinn lag im ersten Quartal mit 1,97 Milliarden Euro nur zwei Prozent über Vorjahr, weil niedrigere Kapitalerträge außerhalb des Kerngeschäfts und höhere Steuern die operativen Zuwächse auffraßen.

Am stärksten kam die Allianz in der Schaden- und Unfall-Sparte voran. Ein Prämienwachstum von sechs Prozent, geringere Schäden aus Naturkatastrophen und eine verbesserte Kostenquote ließen das operative Ergebnis um 14 Prozent wachsen. "Es zeigt, dass wir global gut aufgestellt sind", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol. Mit fast 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet die Allianz knapp die Hälfte des Gewinns in der Sach-Sparte.

Boeing-Absturz kostet 100 Millionen

Der Absturz eines Boeing-Flugzeugs von Ethiopian Airlines, das darauf folgende Flugverbot für die Maschinen des Typs 737 MAX und der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien schlugen bei der Allianz zusammen mit rund 100 Millionen Euro zu Buche.

Die Lebensversicherung steht trotz eines deutlich größeren Neugeschäfts unter Druck. Die Allianz habe aber die sinkenden Margen aus Kapitalanlagen durch höhere Gebühren und Verwaltungskostenzuschläge infolge des steigenden Anlagevolumens wettgemacht. Das operative Ergebnis der Sparte verbesserte sich leicht auf 1,1 Milliarden Euro.

Bröckelndes Ergebnis im Fondsgeschäft

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Die Vermögensverwaltungs-Töchter Pimco und Allianz Global Investors zogen zwischen Januar und März fast 18 Milliarden Euro frisches Kapital an. Insgesamt verwaltet die Allianz damit 2,1 Billionen Euro, so viel wie noch nie. "Dies ist ein gutes Vorzeichen für eine starke Ertragsentwicklung", so Terzariol. Im ersten Quartal bröckelte das operative Ergebnis der Sparte aber um vier Prozent auf 573 Millionen Euro, unter anderem weil Pimco im Vorgriff auf die geplante Expansion mehr Personal einstellte.

Im Handel kommen die Zahlen gut an. Die Aktie legte am Vormittag um ein halbes Prozent zu, bleibt damit aber unterhalb der Marke von 200 Euro. JPMorgan-Analyst Michael Huttner hat die Allianz-Aktie nach den Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 222 Euro belassen. Dank der starken Entwicklung im Geschäft mit Sachversicherungen habe das operative Ergebnis des Versicherers die Erwartungen übertroffen. Huttner lobte die Qualität der vorgelegten Zahlen und verwies dabei auch auf die Schaden-Kosten-Quote.

lg/rtr/dpa