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Optimistischer Ausblick nach guten Zahlen Allianz legt die Latte höher

Stand: 27.07.2017, 11:35 Uhr

Für die Versicherer sind in diesem Jahr bisher große Naturkatastrophen ausgeblieben. Deshalb zeigt sich Europas Nummer eins, die Allianz, nun noch optimistischer. Selbst das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen läuft glänzend.

Weder die Nullzins-Ära noch die Folgen der Klimaerwärmung können dem Allianz-Konzern etwas anhaben. Im zweiten Quartal kletterte der Gewinn um fast das Doppelte auf zwei Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um satte 23 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Schaden-Kosten-Quote deutlich verbessert

Fast die Hälfte davon steuerte die Sachversicherung bei. Sie erhöhte das Ergebnis um 28 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das lag vor allem daran, dass der Versicherer viel weniger für die finanziellen Folgen von Naturkatastrophen ausgeben musste. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich deutlich von 96,4 Prozent auf 93,7 Prozent. Im ersten Quartal hatte sich noch die Quote verschlechtert. Der verheerende Zyklon "Debbie" hinterließ kleine Spuren.

Erfreulich entwickelte sich auch das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen. Es warf mit 1,1 Milliarden Euro rund zwölf Prozent mehr ab als ein Jahr zuvor. Die Marge im Neugeschäft sprang von 2,6 auf 3,4 Prozent nach oben. Die Allianz setzt inzwischen bei der Lebensversicherung auf neue Produkte, die weniger Kapital kosten.

Selbst in der Vermögensverwaltung läuft es wieder rund. Von April bis Juni sammelten die Fondsgesellschaften Pimco und Allianz Global Investors 55 Milliarden Euro ein. Pimco hatte lange Zeit unter Abflüssen gelitten.

Jahresergebnis könnte bis 11,3 Milliarden Euro steigen

Angesichts der guten Entwicklung im zweiten Quartal legt die Allianz für das Gesamtjahr die Latte höher. Das operative Ergebnis werde 2017 am oberen Ende der Zielspanne von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro liegen, kündigte der Versicherer an. Das heißt: Die Allianz steuert in diesem Jahr auf ein Ergebnis von deutlich mehr als elf Milliarden Euro zu. Nur bei großen Naturkatastrophen oder Krisen wäre das Ziel gefährdet. Analysten hatten Deutschlands größtem Versicherer bislang nur knapp elf Milliarden zugetraut. 2016 hatte die Allianz operativ 11,3 Milliarden Euro verdient.

Die Zahlen und der Ausblick kamen an der Börse gut an. Die Allianz-Aktien steigen am Donnerstagvormittag um 1,5 Prozent und zählen zu den größten Dax-Gewinnern. Die Allianz habe ein "bemerkenswert gutes vorläufiges Quartalsergebnis" vorgelegt, meinte Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank in einer Kurzstudie. Michael Haid von der Commerzbank sprach von herausragenden Eckdaten für alle Sparten und lobte den nach oben verengten Zielkorridor für das operative Ergebnis 2017.

nb

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