Oliver Bäte, Allianz
Audio

Harvey, Irma und Maria - war da was? Die Allianz kann (fast) nichts erschüttern

Stand: 16.02.2018, 11:40 Uhr

Der Versicherungsriese Allianz hat im vergangenen Jahr den zahlreichen Belastungen durch Wirbelstürme und andere Katastrophen getrotzt. Die Dividende steigt sogar. Das laufende Jahr dürfte ebenfalls unruhig werden.

Das operative Ergebnis blieb im vergangenen Jahr stabil bei 11,1 Milliarden Euro - dank guter Geschäfte mit Lebens- und Krankenversicherungen sowie in der Vermögensverwaltung. Die Allianz hatte bei dieser Ergebnisgröße einen Wert von 10,3 und 11,3 Milliarden in Aussicht gestellt.

Harvey, Irma und Maria belasten

Besonders schwach entwickelte sich der Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung. Hier ging das operative Ergebnis um 7,5 Prozent zurück. "Grund dafür sind vor allem höhere Schadenansprüche aus Naturkatastrophen im Jahr 2017 - dem kostspieligsten Naturkatastrophenjahr für die Versicherungsindustrie. Schäden durch Waldbrände in Kalifornien, die Orkane Harvey, Irma und Maria sowie Stürme in Europa und andere Naturkatastrophen", teilte die Allianz mit.

Der Nettogewinn ging leicht von 7,3 auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Dabei wirkten sich die US-Steuerreform und der Verkauf der Oldenburgischen Landesbank negativ aus. Dennoch steigt die Dividende um 40 Cent auf 8,00 Euro je Aktie.

Vorsichtige Prognose

Bei seinen Zielen für 2018 ist Konzernchef Oliver Bäte allerdings relativ zurückhaltend. So soll das operative Ergebnis mit 11,1 Milliarden Euro lediglich stabil bleiben - mit einem Spielraum von einer halben Milliarde nach oben und unten. Analysten hatten im Schnitt schon 11,7 Milliarden Euro erwartet. Die Dividende soll voraussichtlich auf 8,40 Euro je Aktie weiter wachsen.

Fürs das laufende Jahr rechnet Bäte mit einer unruhigen Entwicklung an den Finanzmärkten. Dennoch geht der Manager davon aus, dem Ziel einer Eigenkapitalrendite von 13 Prozent nahe zu kommen.

Ellen Frauenknecht
Video

Das Comeback der Lebensversicherung?

Zukäufen ist Bäte aufgeschlossen, doch hat die Allianz bisher nichts Passendes gefunden. Die Preise seien derzeit sehr hoch. Die Allianz will ihr Kapital sinnvoll einsetzen, ein Aktienrückkauf ist dabei laut Bäte einer der Möglichkeiten. Allerdings will sich der Vorstandschef nicht festlegen, denn seiner Meinung nach ist eine stark Kapitalisierung im derzeitigen Marktumfeld wichtig.

Die Allianz-Aktie reagierte mit Kursgewinnen von bis zu einem Prozent auf 191 Euro. Damit nähert sich das Papier wieder etwas dem Jahreshoch bei 206,85 Euro an, das es erst Mitte Januar erreicht hatte.

ME