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Trotz Gewinnrückgangs Allianz haut so schnell nichts um

Stand: 15.05.2018, 09:23 Uhr

Der starke Euro hat Europas größtem Versicherer Allianz das schwierige erste Quartal vermiest. Der Dax-Konzern bleibt aber trotzdem bei seinen Jahreszielen.

Diese Ziele liegen für das laufende Jahr bei einem operativen Ergebnis von 11,1 Milliarden Euro, plus/minus 500 Millionen Euro - das Ganze bei einer Rendite auf das Eigenkapital von 13 Prozent. Auch das im Jahresvergleich um sechs Prozent niedriger ausgefallene Ergebnis des ersten Quartals von 2,8 Milliarden Euro ändert an dieser Zielsetzung nichts.

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Bedingt durch das zwei Milliarden-Euro-schwere Aktienrückkaufprogramm (das mittlerweile abgeschlossen ist), lag die Eigenkapitalrendite im Quartal mit 13,8 Prozent deutlich über der Zielsetzung. Netto blieben 1,9 Milliarden Euro in den Büchern. Da weniger Steuern gezahlt wurden war dies ein Plus im Jahresvergleich von sieben Prozent. "Mit dieser guten Leistung ist die Allianz auf dem richtigen Weg, ihre Jahresziele für 2018 zu erreichen", kommentierte Firmenchef Oliver Bäte.

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Es war kein einfaches Umfeld im ersten Quartal. So geht ein Großteil des operativen Ergebnisrückgangs auf das Konto eines starken Euro, der zwischen Januar und März in Richtung der Marke von 1,25 Dollar gestiegen war. Bei volatilen Kapitalmärkten hat zudem Sturmtief "Friederike" die Gesellschaft rund 220 Millionen Euro gekostet. All dies hat die Allianz aber nicht wirklich umgehauen.

Punktlandung

Oliver Bäte, Allianz

Oliver Bäte. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch die Analysten nicht. Diese hatten im Vorfeld fast auf den Punkt genau das Quartalsergebnis prognostiziert. JPMorgan-Analyst Michael Huttner bestätigte daher seine Empfehlung "Neutral" und sein Kursziel von 217 Euro. Der Fokus sei klar auf Wachstum ausgerichtet, so der Experte weiter. Ähnlich äußerte sich mit Goldman-Sachs-Analyst Johnny Vo eine weiteres analytisches Schwergewicht. Er hat mit 215 Euro ein ähnlich hohes Kursziel, empfiehlt die Aktie aber fundamental zum Kauf.

Schaden und Unfall bleibt die tragende Säule

Der Umsatz wuchs im Quartal um bescheidene 0,5 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Ohne die Währungs- und Konsolidierungseffekte hätte der Umsatzzuwachs der Gesellschaft aus eigener Kraft bei fünf Prozent gelegen. Vor allem auf das Sachversicherungsgeschäft, also die Sparte Schaden und Unfall, kann sich die Allianz verlassen. Das Ergebnis kletterte von 1,2 auf 1,3 Milliarden Euro, die Schaden-Kosten-Quote lag bei 94,8 Prozent. Die für die Branche wichtige Kennzahl nähert sich damit der Zielgröße von 94 Prozent.

Leben- und Krankenversicherung legten unter der Führung der deutschen Tochter Allianz-Leben um 17 Prozent zu. Dies auch, weil die kapitalintensiven traditionellen Policen mit Garantiebindung nur noch ein Fünftel des Neugeschäfts ausmachen. In der Vermögensverwaltung flossen der Tochter AGI (Allianz Global Investors) und der US-Tochter Pimco insgesamt 21 Milliarden Euro frische Mittel zu. Dadurch konnten Ergebnisrückgänge wegen des schwachen Dollar wettgemacht werden.

Aktie wenig verändert

Gegen einen leicht schwächeren Gesamtmarkt tendiert die Allianz-Aktie kurz nach der Eröffnung etwas höher. In der vergangenen Woche hatte die Gesellschaft eine Dividende von 8,00 Euro gezahlt. Der Kurs bleibt daher zunächst unter der Marke von 200 Euro, die zuletzt erreicht worden war.

rm