Wenige Autos auf Hamburgs Straßen

Bei weniger Fahrten Autoversicherer: Geld zurück in Corona-Zeiten?

Stand: 20.04.2020, 11:20 Uhr

Gute Nachrichten für Autofahrer. Coronabedingt ist nicht nur das Benzin billiger, auch die Autoversicherung könnte für viele günstiger werden. Denn wer weniger fährt als im Vertrag angegeben, kann auf Entlastung hoffen.

Tatsächlich stehen derzeit viele Autos still oder werden nur noch für Einkaufsfahrten oder Arztbesuche genutzt. Autofahrer, die wegen der Pandemie deutlich weniger Kilometer mit dem Pkw zurücklegen als in ihrer Versicherungspolice hinterlegt ist, können deshalb bei ihrer Kfz-Versicherung einen Nachlass ihres Beitrages beantragen und dadurch am Ende ihres Versicherungsjahres Geld sparen, erläutert der Automobilverband ADAC.

Wer weniger fährt, muss auch entsprechend weniger Beitrag zahlen, stellte auch Frank Sommerfeld, der Chef der Sachversicherung bei der Allianz Deutschland klar. In den vergangenen Tagen hatte schon Deutschlands größter Autoversicherer, HUK Coburg, Entgegenkommen signalisiert.

Beitrag hängt von Höhe der Fahrleistung ab

Die Versicherer reagieren damit auf entsprechende Anfragen ihrer Kunden. Wegen der Ausgehbeschränkungen in vielen Ländern ist der Autoverkehr zurückgegangen - mit der Folge, dass es auch weniger Unfälle gibt. HUK-Coburg-Vorstand Jörg Rheinländer schätzt, dass sich das Verkehrsaufkommen im vergangenen Monat in Deutschland um ein Drittel reduziert hat. Daher gebe es natürlich auch deutlich weniger Schäden. Dabei sind viele Policen schon am Anfang des Jahres bezahlt worden.

Versicherungsexperten verweisen darauf, dass die Höhe des Beitrags unter anderem von der jährlichen Fahrleistung abhängt. Denn je mehr Kilometer gefahren werden, desto höher ist das statistische Unfallrisiko. Steige oder sinke die Kilometerzahl deutlich, etwa durch die derzeitigen Ausgangssperren, empfehle es sich, dass Autofahrer ihre Versicherung kontaktieren, so der ADAC. Diese prüfe dann, ob sich der zu zahlende Beitrag durch die neue Anzahl an gefahrenen Kilometern ändert.

Versicherer warten ab

Wie sehr sich die Kfz-Versicherung tatsächlich reduziert, hängt aber davon ab, wie sehr die Fahrleistung voraussichtlich sinkt. Die Versicherer haben oftmals Schwellenwerte, ab denen sich die Beiträge ändern, zum Beispiel 12.000, 15.000 und 20.000 Kilometer pro Jahr.

Ob und in welcher Höhe die Versicherer tatsächlich auf die geänderte Fahrleistung reagieren, bleibt abzuwarten, schließlich müssen die Angaben der Autofahrer auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Nicht wenige Versicherer halten sich deshalb mit konkreten Aussagen über eventuelle Erstattungen zurück. Sie verweisen darauf, dass es keine Lösung sei, die Prämien wegen ein paar schadensarmen Wochen zu senken, genauso wenig wie die Prämien bei einer Häufung gleich zu erhöhen. Zudem sei die Nutzung von privaten Fahrzeugen in Deutschland weniger eingeschränkt als etwa in Frankreich oder Italien.

lg