Eingestürzte Autobahnbrücke Morandi in Genua
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Brückeneinsturz in Genua Allianz doppelt betroffen

Stand: 19.08.2018, 13:25 Uhr

Der Versicherer Allianz ist gleich zweifach vom Brückeneinsturz im italienischen Genua betroffen. Auch für den Rückversicherer Swiss Re hat der Unfall finanzielle Folgen.

Der Konzern gehört nicht nur zu den Versicherern des Bauwerks, sondern ist auch an der Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia beteiligt, wie eine Allianz-Sprecherin bestätigte. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet. Beim Einsturz der Autobahnbrücke waren mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen.

Die Allianz gehöre als kleiner Partner einem Konsortium an, das das Bauwerk versichert habe, hieß es. Die Beteiligung bewege sich im einstelligen Prozentbereich.

Anteile für eine Milliarde Euro

Im Sommer 2017 hatte sich ein Konsortium aus Allianz, dem französischen Versorger EDF und dem niederländischen Fonds DIF mit 6,94 Prozent an Autostrade per l'Italia beteiligt. Auf den deutschen Versicherer entfallen 60 Prozent der Anteile an dem Konsortium.

Das Konsortium habe im vergangenen Jahr gut eine Milliarde Euro für die Anteile bezahlt, schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf den Atlantia-Konzern, den Haupteigentümer von Autostrade per l'Italia. Demnach dürfte allein die Allianz gut 600 Millionen Euro in Autostrade per l'Italia investiert haben, hieß es.

Auch Swiss Re betroffen

Auch die Swiss Re ist von dem Einsturz betroffen. "Wir sind eine der wichtigsten Versicherungsgesellschaften von Autostrade per l'Italia", teilte eine Sprecherin des weltweit zweitgrößten Rückversicherers mit. Die Swiss Re tritt bei der Autobahn aber als Erstversicherer und nicht wie sonst meist als Rückversicherer auf.

In Branchenkreisen hieß es, der Schaden an der Brücke und den abgestürzten Autos sowie die Betriebsunterbrechungs-Police, die für die Maut-Ausfälle auf der Strecke aufkommen müsste, summierten sich nach groben Schätzungen auf rund 400 Millionen Euro. Die Brücke selbst gehört zwar dem italienischen Staat, der Autobahnbetreiber muss aber für alle Verpflichtungen aufkommen.

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rtr/dpa