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Gewinn kräftig gestiegen Allianz: Der Sommer hat geholfen

Stand: 09.11.2018, 09:27 Uhr

Allianz-Anleger können zufrieden sein. Dank eines kräftig gestiegenen Geschäfts und weniger Großschäden hat der Versicherungskonzern im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Auch für das Gesamtjahr sieht es gut aus.

So machte das operative Ergebnis im dritten Quartal einen Sprung um 21 Prozent auf 2,99 Milliarden Euro - mehr als Analysten erwartet hatten. Die hatten die im Mittel mit 2,86 Milliarden gerechnet. Sie trauen der Allianz im Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro zu. Der Quartalsüberschuss stieg um 23,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Den größten Anteil hatte daran das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, das geringere Schäden aus Naturkatastrophen, eine bessere zugrunde liegende Schadenentwicklung, geringere Kosten sowie ein starkes Prämienwachstum verzeichnete. Naturkatastrophen verursachten zwar Schäden in Höhe von 245 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Allianz wegen Katastrophen wie den Wirbelstürmen "Harvey", "Irma" und "Maria" Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro schultern müssen.

Jahresprognose bestätigt

Im Geschäftsbereich Asset Management führten ein Anstieg der Erträge aus dem verwalteten Vermögen und höhere erfolgsabhängige Provisionen zu einem Anstieg des operativen Ergebnisses. Mit 650 Millionen Euro lag ihr operatives Ergebnis knapp elf Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Nachdem Anleger dort im zweiten Quartal aus den Fonds des Konzerns netto mehr als neun Milliarden Euro abgezogen hatten, kamen im dritten Quartal wieder 15 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt verwalteten die Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors für externe Kunden Ende September ein Vermögen von knapp 1,5 Billionen Euro. Im Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung ging das operative Ergebnis leicht zurück

Allianz-Chef Oliver Bäte sieht den Konzern damit auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant ein operatives Ergebnis von 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro zu erreichen. Finanzchef Giulio Terzariol hatte im Sommer die Hoffnung geschürt, dass der Versicherer in der oberen Hälfte der Zielspanne landen könnte. Am Morgen sagte er, er wäre nicht überrascht, "wenn wir 2018 in der oberen Hälfte der operativen Gewinnprognose landen würden". In den ersten neun Monaten erzielte der Konzern ein um 4,8 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro gestiegenes operatives Ergebnis.

Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen

Die Allianz hat zudem ihr jüngstes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,0 Milliarden Euro abgeschlossen. Sämtliche zurückgekauften Aktien wurden eingezogen. Terzariol schloss weitere Aktienrückkäufe nicht aus. "Die Allianz hat in den ersten neun Monaten 2018 sehr gute Ergebnisse über alle Geschäftsbereiche gezeigt, zu denen nun auch beträchtliche Produktivitätssteigerungen beitragen", sagte Bäte.

An den Märkten kamen die Zahlen zunächst gut an. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate legt die Aktie gegen den Trend leicht zu. Damit notiert die Aktie trotz der Erholung in den letzten Tagen unter ihrem Stand von Anfang Januar.

JPMorgan hat die Einstufung für die Allianz-Aktie nach den Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 219 Euro belassen. Die Münchner hätten die Erwartungen im dritten Quartal überzeugend übertroffen

lg