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Alles, was Sie über Elon Musks neuesten Coup wissen müssen FAQ

Tesla S

Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.

Alles, was Sie über Elon Musks neuesten Coup wissen müssen FAQ

Tesla S

Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.

Elon Musk

Welche Rolle spielt Musks Persönlichkeit?
Branchenkenner spekulieren, dass es dem Firmenchef mit einem solchen Schritt womöglich nicht nur um den "besten Weg" für Tesla geht, sondern auch um den "besten Weg" für Elon Musk.

Denn Musk ging zuletzt mit dem Druck der Kapitalmärkte nicht immer souverän um, reagierte auf Kritik zunehmend dünnhäutig und gereizt. Vor gut drei Monaten sorgte der Tesla-Chef bei einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Geschäftsergebnisse für einen Eklat, indem er Fragen von Analysten als "langweilig" und "nicht cool" ablehnte.

Verschiedene Dollarscheine, obenauf ein Hundertdollarschein

Zu welchem Preis will Musk Tesla privatisieren?
Per Twitter brachte Elon Musk am Dienstag einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel. Das würde einen Aufschlag von fast 23 Prozent zum Schlusskurs vom Montag bedeuten. Das Kursziel von 420 Dollar würde einer Gesamtbewertung von 82 Milliarden Dollar entsprechen. Ein solch dicker Brocken wurde noch nie zuvor von der Börse genommen.

Tweet von Elon Musk

Wie will Musk das alles finanzieren?
Die Finanzierung seines Vorhabens sei "gesichert", erklärte der gebürtige Südafrikaner lapidar via Twitter. Er hoffe, dass die derzeit beteiligten Investoren bei Tesla blieben, auch wenn das Unternehmen von der Börse genommen werde.
In Wall-Street-Kreisen waren allerdings skeptische Stimmen zu hören, dass ein derartiges Geschäft auf Kredit finanziert werden müsste, schließlich verbrenne Tesla Tag für Tag immer noch Geld. Hier könnten die Saudis ins Spiel kommen.

Mohammed bin Salman

Welche Rolle spielen die Saudis?
Gut möglich, dass Saudi-Arabien bei der Finanzierung der Tesla-Privatisierung eine tragende Rolle zukommt. Laut einem Bericht der "Financial Times" ist Saudi-Arabien mit seinem Staatsfonds in großem Stil bei Tesla eingestiegen und hält mittlerweile drei bis fünf Prozent an Musks Firma. Damit wären die Saudis inzwischen unter den acht größten Tesla-Aktionären.

Mit Saudi-Arabien hat sich Tesla einen finanzstarken Kapitalgeber an Bord geholt, der an dem Unternehmen sicherlich nicht nur kurzfristig interessiert ist.

<strong>Was hält die Börse von den Plänen? </strong><br/>Die Tesla-Aktie reagierte mit starken Kursgewinnen auf die wilde Twitter-Parade von Elon Musk. Zwischenzeitlich musste sie sogar vom Handel ausgesetzt werden. Zum Handelsschluss an der Nasdaq notierte sie elf Prozent höher bei 379,57 Dollar. <br/><br/>Der hohe Kursaufschlag ist dabei in erster Linie dem von Musk genannten Kursziel von 420 Dollar je Aktie geschuldet. Er orakelte auch, dass Aktionäre ihre Anteile mit großem Aufschlag veräußern können sollten. <br/><br/>Damit dürfte Elon Musk einen veritablen <a href="" externalId="lexikon_149256">Short Squeeze</a> verursacht haben: Der steigende Tesla-Kurs brachte offenbar einige <a href="" externalId="lexikon_425792">Short Seller</a> in Bedrängnis, die auf einen Kursverfall der Tesla-Aktie gewettet hatten. Diese mussten ihre Positionen nun glattstellen und sich rasch mit der Aktie eindecken. : Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday

Was hält die Börse von den Plänen?
Die Tesla-Aktie reagierte mit starken Kursgewinnen auf die wilde Twitter-Parade von Elon Musk. Zwischenzeitlich musste sie sogar vom Handel ausgesetzt werden. Zum Handelsschluss an der Nasdaq notierte sie elf Prozent höher bei 379,57 Dollar.

Der hohe Kursaufschlag ist dabei in erster Linie dem von Musk genannten Kursziel von 420 Dollar je Aktie geschuldet. Er orakelte auch, dass Aktionäre ihre Anteile mit großem Aufschlag veräußern können sollten.

Damit dürfte Elon Musk einen veritablen Short Squeeze verursacht haben: Der steigende Tesla-Kurs brachte offenbar einige Short Seller in Bedrängnis, die auf einen Kursverfall der Tesla-Aktie gewettet hatten. Diese mussten ihre Positionen nun glattstellen und sich rasch mit der Aktie eindecken.

U.S. Securities and Exchange Commission SEC

Hat das Ganze noch ein juristisches Nachspiel?
Mit seinen Tweets hat der Tesla-Chef den Aktienkurs so weit angetrieben, dass der Börsenwert der Firma im Handelsverlauf zeitweise um rund sieben Milliarden Dollar anstieg. Für Musk könnte all das noch Konsequenzen haben.

Musk müsse den Nachweis erbringen, dass die Finanzierung stehe, sagte Rechtsprofessor John C. Coffee von der Columbia Law School. "Aber wenn er dies nicht belegen kann, riskiert er einen großen Rechtsstreit." Auch ob die US-Börsenaufsicht SEC mit Musks ungewöhnlichem Vorgehen einverstanden ist, massiv kursrelevante Aussagen einfach während der öffentlichen Handelszeiten per Twitter zu verbreiten, bleibt abzuwarten.

Nach US-Regeln können Unternehmen soziale Netzwerke nutzen, um wichtige Informationen zu veröffentlichen, wenn Investoren im Vorfeld wissen, wo sie die Informationen finden. Die US-Börsenaufsicht lehnte eine Stellungnahme zu Musks Tweets ab.

Tesla-Chef Elon Musk

Ist das am Ende alles nur ein blöder Scherz?
In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Musk, eine endgültige Entscheidung über das Börsen-Aus von Tesla sei noch nicht getroffen. Aber Analysten gehen davon aus, dass Musk die Erklärung ernst meint. Zumal er ja auch einen konkreten Preis, 420 Dollar je Aktie, ins Spiel gebracht hatte. Am Mittwochmorgen Ortszeit bestätigten auch Mitglieder des Tesla-Aufsichtsrats, dass Musk das Gremium über seine Idee informiert habe und der Börsenrückzug geprüft werde.

Trotzdem ist die Privatisierung noch lange nicht in trockenen Tüchern, wichtige Fragen wie etwa die nach der Finanzierung bleiben bislang unbeantwortet. Ohnehin ist bei Elon Musk alles möglich: Auch, dass er sich morgen hinstellt und das Vorhaben wieder abbläst.

Wir reden immerhin von dem Mann, der vor einigen Monaten per Twitter verkündet hatte, sein Unternehmen sei pleite. Nicht alle fanden den Aprilscherz gelungen.

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