Illustration: auf einer Blumenwiese wächst ein Pfeil in Richtung Sonne

Statistik spricht für weitere Kursgewinne Alles neu macht der Mai?

Stand: 29.04.2018, 11:32 Uhr

Von wegen "Sell in May and go away"! Nach der kräftigen Kurserholung im April könnte es im Mai weiter aufwärts gehen. Neuen Schub erhoffen sich die Anleger in der kommenden Woche von der Berichtssaison. Maßgeblich dürfte aber das Zinsumfeld in den USA sein.

Nicht nur beim Wetter war der April diesmal ein Wonne-Monat. Auch an den Börsen herrschte eitel Sonnenschein. Wenn es am Montag keinen dramatischen Kursabsturz gibt - wonach es im Augenblick nicht aussieht -, dürfte der Dax im April gut vier Prozent zugelegt haben. Auf Jahressicht liegt der deutsche Leitindex aber weiter knapp drei Prozent im Minus - wegen des Kurseinbruchs im Februar. Von seinem Rekordhoch im Januar ist der Dax noch gut 1.000 Punkte entfernt.

"Dax entwickelt sich gut nach negativem Jahresstart"

Historisch gesehen ist das ein gutes Omen! "Ein Blick in die Statistik zeigt, dass gerade ein negativer Jahresstart tendenziell dazu geführt hat, dass sich der Dax in den Sommermonaten besser als nach einem positiven Jahresstart entwickelt hat", schreiben die Analysten der Berenberg Bank in ihrem aktuellen Marktkommentar.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.865,77
Differenz relativ
-0,54%

In der abgelaufenen Woche hat der Dax 0,3 Prozent zugelegt. Damit schaffte er den fünften Wochengewinn in Folge. Das ist die längste Serie seit einem Jahr.

Allerdings scheiterte das deutsche Börsenbarometer mehrfach an der Marke von 12.600 Punkten. Überwindet er diese endlich nachhaltig, dürfte es weiter nach oben gehen.

Deutsche Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Neuer Schub könnte die Berichtssaison bringen. In der neuen Woche öffnen gut ein halbes Dutzend Dax-Firmen ihre Bücher. Dazu gehören der Pharma-Hersteller Bayer, der Sportartikel-Ausrüster Adidas (Donnerstag) und der Chemiekonzern BASF und der Autobauer BMW (Freitag). Aus dem Ausland melden unter anderem der Fast-Food-Konzern McDonald's am Montag sowie der Pharma-Riese Pfizer und der iPhone-Konzern Apple am Dienstag ihre Zahlen.

"In der inzwischen auf Hochtouren laufenden US-Berichtssaison haben bisher über 80 Prozent der Firmen die Analystenerwartungen übertroffen", sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Allerdings sind die Erwartungen dort inzwischen so hoch, dass selbst gute Zahlen kaum noch ausreichen, die Aktien zu beflügeln. Diese Erfahrung machte zuletzt Intel.

Fällt der Euro weiter?

Die deutsche Berichtssaison hat durchwachsen angefangen. Commerzbank-Anlagestratege Andreas Hürkamp zeigt sich optimistisch. Er sieht bei der Hälfte der Dax-Unternehmen steigende Gewinnerwartungen am Markt. Allerdings bremst der starke Euro die Quartalsgewinne. Mehrere Konzerne wie Conti und Daimler räumten bei der Vorlage ihrer Bilanzen ein, dass die negativen Währungseffekte die Bilanz trübten. Die jüngste Abschwächung des Euro dürfte denn auch den exportorientierten deutschen Unternehmen zu gute kommen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1306
Differenz relativ
-0,46%

Manche Experten prophezeien schon ein baldiges Revival des Dollar, zumal die jüngsten europäischen Konjunkturdaten und Frühindikatoren enttäuschend ausfielen. Noch seien viele Trader "short" beim Dollar, berichtete unlängst Marktbeobachter und TV-Moderator Markus Koch. Das könne sich aber als "Bumerang-Effekt" erweisen.

Angst vor Eskalation des Handelsstreits

Video

Was nächste Woche wichtig wird... [27.4.18]

Mit bangen Blicken dürften die deutschen Wirtschaftsbosse in den nächsten Tagen Richtung USA blicken. Präsident Donald Trump entscheidet in Kürze, ob er die Ausnahme für Europa bei den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium über den 1. Mai hinaus verlängert. Das mit Spannung erwartete Treffen von Trump mit Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte hierzu keine Ergebnisse.

Als größtes Problem für die Aktienmärkte sehen Experten indes nicht den Handelsstreit zwischen Europa und den USA, sondern die Zinsentwicklung in den USA. Der jüngste Anstieg der US-Anleiherenditen könnte sich zum Stolperstein für die Aktienmärkte entwickeln, warnt BayernLB-Anlagestratege Manfred Bucher. Die Rendite der zehnjährigen Treasury Bonds übersprang in den vergangenen Tagen erstmals seit Anfang 2014 die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent. "Was den aktuellen Zinsanstieg problematisch macht ist die Tatsache, dass gleichzeitig die globale Konjunkturdynamik an ihrem Zenit angekommen scheint und an Dynamik verliert."

Was sagt die Fed?

Vor diesem Hintergrund warten Investoren gespannt auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. "Eine Änderung der Geldpolitik wird nach der Leitzinserhöhung im März nicht erwartet", betont Bucher. Weitere Rückschlüsse auf die Geldpolitik erhoffen sich Anleger von den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Einen Vorgeschmack darauf liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP am Mittwoch. Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal etwas an Schwung verloren. Sie wuchs zwischen Januar und März nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,3 Prozent.

In Europa richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die Inflationsdaten aus Deutschland am Montag und aus Europa am Mittwoch. Eine geringe Teuerung könnte Spekulationen auf eine Verlängerung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) neue Nahrung geben. Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil eine Verlangsamung des Wachstums auf 0,4 Prozent voraus.

nb

1/15

Die Hingucker der Woche Von Apple bis Vonovia

<strong>Apple</strong><br/>Spannend wird es am späten Dienstagabend, wenn die meisten Europäer den "Tag der Arbeit" ausklingen lassen. Nach US-Börsenschluss legt der iPhone-Konzern Apple seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Die Erwartungen sind diesmal nicht allzu hoch. Zuletzt mehrten sich Hinweise auf eine schwächere Smartphone-Nachfrage. Seit Mitte März haben die Apple-Aktien fast zehn Prozent eingebüßt. Sollten die Quartalszahlen noch schlechter ausfallen als befürchtet, könnte Apple vom Börsen-Thron stürzen.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Apple
Spannend wird es am späten Dienstagabend, wenn die meisten Europäer den "Tag der Arbeit" ausklingen lassen. Nach US-Börsenschluss legt der iPhone-Konzern Apple seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Die Erwartungen sind diesmal nicht allzu hoch. Zuletzt mehrten sich Hinweise auf eine schwächere Smartphone-Nachfrage. Seit Mitte März haben die Apple-Aktien fast zehn Prozent eingebüßt. Sollten die Quartalszahlen noch schlechter ausfallen als befürchtet, könnte Apple vom Börsen-Thron stürzen.