Jenoptik-Mitarbeiter justiert einen Diodenlaser

Aktie gefragt Alles im grünen Bereich bei Jenoptik

Stand: 12.02.2020, 11:50 Uhr

Nicht nur das Jenoptik-Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr kommt an der Börse gut an, auch der Ausblick gefällt den Anlegern. Fakt ist, es läuft wieder rund beim Technologie- und Rüstungskonzern aus Thüringen.

Denn dank der jüngsten Zukäufe und guten Geschäften mit der Halbleiterindustrie hat das Jenaer Unternehmen 2019 zugelegt. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich nach ersten Berechnungen um 2,5 Prozent auf 855 Millionen Euro, wie das im SDax und TecDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Jena mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit rund 852 Millionen Euro weniger erwartet.

Damit traf Jenoptik sein eigenes Ziel. Das Ebitda legte um mehr als fünf Prozent auf rund 134 Millionen Euro zu. Die Ebitda-Marge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent. Der Auftragseingang fiel im Berichtszeitraum allerdings um sieben Prozent auf rund 813 Millionen Euro. Grund dafür war ein Großauftrag im Halbleitergeschäft Ende 2018 sowie eine Abschwächung in der Autoindustrie.

Für 2020 zuversichtlich

Ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung hat sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2019 gegenüber den beiden vorangegangenen Quartalen in wichtigen Teilen unseres Geschäfts erwartungsgemäß verbessert", sagte Unternehmenschef Stefan Traeger. Der Konzern sei für 2020 wegen der Auftragseingänge im vierten Quartal sowie des anhaltend guten Verlaufs im Halbleiterausrüstungsgeschäft positiv gestimmt. Für 2020 rechnet Traeger deshalb mit weiterem Wachstum. Die vollständige Bilanz will Jenoptik am 25. März veröffentlichen.

Eigentlich wollte sich Jenoptik auf sein Kerngeschäft mit Lasern, Messtechnik und optischen Systemen konzentrieren. Die Sparte Vincorion, in der Jenoptik die Fertigung von Wehrtechnik - etwa Komponenten für Schützenpanzer und Kampfjets - sowie den Mechatronik-Bereich zusammengefasst hatte, sollte verkauft werden. Im Januar stoppte der Vorstand allerdings den Verkaufsprozess. Die Angebote seien zu niedrig, hieß es damals zur Begründung. Die Sparte soll als eigenständige Beteiligung weitergeführt werden.

Analystenlob

Das Unternehmen habe mit Blick auf die Unternehmensziele ein starkes Schlussquartal hinter sich dabei auch die Markterwartungen leicht übertroffen, schrieb Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe in einer ersten Einschätzung. Zudem rechne Jenoptik mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses. Der Experte bleibt bei seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 29 Euro.

Kursgewinne an der Börse

Am Mittag führt das Jenoptik-Papier sowohl den TecDax als auch den SDax mit kräftigen Kursgewinnen an und steigt deutlich über 27 Euro. Damit nähert sich die Aktie dem Zwischenhoch von Anfang November bei knapp 29 Euro, das jetzt als technischer Widerstand fungiert. Bis zum Zwölf-Monats-Hoch aus dem April bei über 36 Euro ist es allerdings noch ein gutes Stück.

dpa/rm