Fahnen mit Unternehmensschriftzug vor der Eon-Konzernzentrale in Essen
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Kräftige Kursaufschläge Alle Versorger-Aktien sind Gewinner

Stand: 12.03.2018, 10:20 Uhr

Die geplante Zerschlagung der RWE-Ökostromtochter Innogy und die Neuaufstellung der Versorgerbranche begeistert die Anleger. Auch die Aktien von Eon und RWE strömen in viele Depots. Jetzt melden sich Experten zu Wort.

Die Titel von Eon rücken um rund sechs Prozent vor, RWE legen um mehr als zwölf Prozent zu. Die Nachrichten vom Wochenende sorgt also in der Branche für kräftigen Rückenwind. Auch die Titel von Innogy gewinnen deutlich dazu. Was wird auf dem deutschen Energiemarkt geschehen? „Im Ergebnis soll Eon das Geschäft mit Energienetzen und Energiedienstleistungen kontrollieren, während sich RWE auf die konventionelle und erneuerbare Stromerzeugung konzentriert“, so fasst Dennis Etzel von NFS Capital die Pläne zusammen.

Praktikable Lösung für Innogy gefunden

Was sagen die Experten? Insgesamt ist festzuhalten, dass in diesem frühen Stadium der Entwicklung sich noch wenig Konkretes über die künftigen Auswirkungen sagen lässt. Die Analysten von JPMorgan haben sich trotzdem zügig mit dem Thema befasst und nehmen in ersten Analysen dazu Stellung. Die Dreiparteien-Einigung setze Wert frei, doch es gebe noch viele Hindernisse zu überwinden, schreibt deshalb Analyst Christopher Laybutt.

RWE- und Eon-Logos

RWE- und Eon-Logos. | Bildquelle: Imago, Montage: boerse.ARD.de

Der Fachmann belässt die Aktien von Eon vorerst auf "Overweight" mit einem Kursziel von 10,50 Euro. Die geplante Transaktion dürfte für Eon positiver sein als für die Konkurrentin RWE. Auch an den Bewertungen von Innogy und RWE nimmt er keine Veränderungen vor.

"Vorteile für alle Beteiligten"

Die Experten der Societe Generale gehen ähnlich vor: Sie belassen die Aktien von RWE nach der Grundsatzeinigung mit dem Versorger Eon auf "Hold" mit einem Kursziel von 16,5 Euro. Das Management des Essener Konzerns scheine eine praktikable Lösung gefunden zu haben, was es mit dem Innogy-Anteil machen solle, schrieb Analyst Lüder Schumacher. Die Liste der möglichen Käufer dürfte nämlich kurz gewesen sein, heißt es in erfrischender Klarheit weiter.  

Auch die Fachleute der Commerzbank haben sich das Thema vorgenommen. Die Analysten sehen aus Investorensicht Vorteile für alle Beteiligten. Der Düsseldorfer Versorger Eon dürfte durch die Übernahme des Energienetzgeschäfts von Innogy und dessen Stromvertrieb von Skaleneffekten profitieren, schrieb Analystin Tanja Markloff. Für den Essener Konkurrenten RWE mit seinen CO2-intensiven Kohlekraftwerken eröffne sich durch den Deal Spielraum, um sich breiter aufzustellen.