Jack Ma, CEO Alibaba, beim Börsengang in Hong Kong 2007

Aktie steigt trotz Gewinneinbruch Alibabas Dynamik bleibt ungebrochen

Stand: 23.08.2018, 14:34 Uhr

Wachsen, wachsen, wachsen, zunächst auch auf Kosten der Gewinne: Auf diese Weise hat Jeff Bezos Amazon groß gemacht, Jack Ma, Chef und Gründer des chinesischen Konkurrenten Alibaba, kopiert diese Strategie - bislang mit Erfolg.

Das Umsatzwachstum sieht jedenfalls prächtig aus: Der Internetkonzern Alibaba hat die Erlöse im abgelaufenen Quartal um 61 Prozent auf knapp 81 Milliarden Yuan gesteigert. Das entspricht umgerechnet rund 10,2 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Amazon erzielte unlängst im zweiten Quartal einen Umsatz von 52,9 Milliarden Dollar – ein Plus von rund 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Soviel wird Alibaba kaum im Gesamtjahr erreichen. Das Wachstum sieht zwar tatsächlich dynamischer aus, aber man darf nicht vergessen, das Amazon bereits ein viel höheres Niveau erreicht hat.

Alibaba hat nun 576 Millionen aktive Nutzer in seinen chinesischen Handelsplattformen, damit kamen binnen drei Monaten 24 Millionen hinzu. Die Erlöse im Handelsgeschäft sprangen um 61 Prozent auf 69,2 Milliarden Yuan hoch. Bei Cloud-Diensten konnte Alibaba die Erlöse mit 4,7 Milliarden Yuan fast verdoppeln, im Geschäft mit digitalen Medien wuchs der Umsatz um 46 Prozent auf knapp sechs Milliarden Yuan.

Die Aktie ist gefragt

Der Nettogewinn brach dagegen um 41 Prozent auf 8,7 Milliarden Yuan ein, was der Amazon-Rivale mit Einmalaufwendungen begründete. Außerdem investiert Alibaba massiv in Offline-Geschäfte, Logistik und Cloud Computing.  Auch andere Bereiche sollen bedient werden: Das deutsche Pharma- und Chemieunternehmen Merck arbeitet mit Alibaba beispielsweise zusammen, um digitale Gesundheitsdienste auf dem wichtigen Pharmamarkt in Fernost anzubieten.

Alibaba Group Corporate Campus, Xixi, Hangzou, China

Alibaba Group. | Bildquelle: Unternehmen

Alibaba investiert zudem im großen Stil in das Filmgeschäft, zum Beispiel in den Kinobetreiber Wanda Film Holding. Zu Wanda gehört auch die Hollywood-Firma Legendary Entertainment, die unter anderem die Kassenschlager der Batman-Trilogie und Hits wie "Jurassic World" produzierte.

Den Investoren scheint das Wachstumstempo zuzusagen. Die Aktie legt hierzulande deutlich zu, auch im vorbörslichen US-Handel ist sie mit einem Aufschlag von rund 3 Prozent sehr gefragt. Im Juni hatten Alibaba bei rund 211 Dollar eine Rekordhoch markiert, seitdem ging die Reise rückwärts. Aktuell kostet eine Aktie etwa 178 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei etwas mehr als drei Prozent.

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