Alibaba-Zentrale in Hangzhou, China

Online-Shopping-Boom ohne Ende Alibaba schwelgt im Erfolg

Stand: 01.02.2018, 14:41 Uhr

Der chinesische Internet-Konzern wächst beinahe hemmungslos und macht dabei noch erkleckliche Gewinne. Mit den Zahlen zum abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen auch wieder die Analysten-Erwartungen übertroffen. Dennoch schwächelt die Aktie.

In einer ersten Kursreaktion im europäischen Handel zuckte der Titel um rund drei Prozent abwärts. Spannend dürfte sein, wie das Papier des Konkurrenten von Amazon am Nachmittag in den US-Handel startet. Offenbar halten einige Investoren, die auf Technologieaktien gesetzt haben, die Zeit für Gewinnmitnahmen für gekommen, bevor am Abend der iPhone-Hersteller Apple über ein Quartal berichtet.

Mehr als halbe Milliarde Menschen

Bei Alibaba scheint bilanzmäßig alles im Lot zu sein. Der Umsatz ist nach vorläufigen Zahlen im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) um rund 50 Prozent auf 83 Milliarden Yuan (10,6 Milliarden Euro) geklettert. Damit hat Alibaba die durchschnittliche Analystenprognose hinter sich gelassen. Inzwischen erreicht das Unternehmen mit 515 Millionen aktiven Nutzern mit seinen Diensten mehr als eine halbe Milliarde Menschen. Im abgelaufenen Quartal wurde die Kundenbasis um 27 Millionen Nutzer ausgeweitet.

Beim operativen Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) schafften die Chinesen 36,2 Milliarden Yuan, unter dem Strich verdiente man 23,2 Milliarden Yuan, ein Drittel mehr als im Vorjahrszeitraum.

Auch Alibaba wächst in der Cloud

Bemerkenswert ist die Ausweitung des Cloud-Geschäfts beim Konzern, der auch damit auf den Spuren des großen US-Rivalen wandelt. Die Umsätze stiegen hier um 104 Prozent auf 3,6 Milliarden Yuan, umgerechnet fast halbe Milliarde Euro. Das Kerngeschäft mit der Internet-Verkaufsplattform verbuchte Zuwächse um 57 Prozent auf 73,2 Milliarden Yuan.

Nach Börsenwert können Alibaba und der chinesische Facebook-Konkurrent Tencent beinahe mit ihren US-Vorbildern mithalten. Tencent hatte im November vergangenen Jahres sogar nach Börsenwert Facebook überholt. Gegen Kursrückschläge auf dem erhöhten Niveau sind freilich auch die chinesischen Highflyer nicht gefeit.

AB