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Start-up Alibaba kauft sich in Berlin ein

Stand: 09.01.2019, 14:09 Uhr

Der chinesische Technologieriese Alibaba hat das kleine Berliner Software-Startup Data Artisans übernommen. Beide Unternehmen kennen sich seit längerem.

Medienberichten zufolge legte Alibaba rund 90 Millionen Euro für den 2014 gegründeten Open-Source-Spezialisten auf den Tisch. Data Artisans wurde 2014 gegründet und schuf mit einem zehnköpfigen Team Anwendungen, die laut Eigendarstellung mit Hilfe der Software Apache Flink "schnelle, verlässliche und aussagekräftige Analyse von riesigen Datenmengen ermöglichen" sollen.

Die bekannteste Anwendung heißt dA Platform für Data Stream Processing in Microservices-Architekturen. Ereignisse in den Datenströmen werden in Echtzeit analysiert, um etwa Betrugsversuche und Ausfälle zu verhindern. Zu den großen Anwendern gehört auch Zalando.

Betrugserkennung in Echtzeit

Alibaba ADR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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"Typische Anwendungsfälle sind Betrugserkennung in Echtzeit, unmittelbare Interaktionen mit Internetbesuchern wie auch Finanztransaktionen in Echtzeit", sagte Firmengründer KostasTzoumas der Agentur Reuters. Bedenken bezüglich der Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen hat er nicht. Die Daten blieben zu Hundert Prozent in der Obhut des Kunden und seien von jedem Nutzer vollständig einsehbar und überprüfbar, versicherte er.

Als Kunde nutzt Alibaba - ähnlich wie Netflix, ING und Uber - die Dienste der Berliner seit 2016. Zudem investierten die Chinesen - neben Intel Capital, B-to-V Partners und Tengelmann Ventures - bereits einen nicht näher bekannten Betrag in die Firma.

Um seinen guten Willen zu beweisen, hat der E-Commerce-Riese im Zuge der Übernahme zudem angekündigt, seine eigene Software-Variante, Blink, der Open-Source-Community zur Verfügung zu stellen. Blink kommt derzeit vor allem bei den Suchfunktionen in den E-Commerce-Plattformen des Konzerns zum Einsatz.

lg