Alibaba-Schriftzug auf Gebäude in Hangzhou, China

Allgemeine wirtschaftliche Unsicherheiten Alibaba kappt Jahresprognose

Stand: 02.11.2018, 14:37 Uhr

Trotz massiv steigender Nutzerzahl hat die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba ihre jährliche Umsatzprognose heruntergeschraubt. Als Grund nennt der Konzern unter anderem den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Dieser scheint sich derweil zu entspannen.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance/AP Images

Nach Monaten der Konfrontation im Handelsstreit sendeten die USA und China am Freitag ein Entspannungssignal. Donald Trump will den Konflikt angeblich noch in diesem Monat beenden. Die Nachrichtenagentur berichtete, der US-Präsident wolle zum Treffen der G20-Staaten Ende November ein Handelsabkommen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping abschließen. Trump habe bereits Regierungsmitarbeiter mit der Ausarbeitung von Details beauftragt.

Auslöser sei das gestrige Telefonat der beiden gewesen, dem ersten Gespräch seit Monaten. Via Twitter erklärte Trump, dass die Diskussionen gut voran gingen. Die Kurse in China und Hongkong schnellten nach den positiven Meldungen in die Höhe. Noch am Dienstag hatten mögliche weitere US-Zölle auf Waren aus China für Aufregung an der Börse gesorgt.

Wirtschaftliche Unsicherheiten belasten Alibaba

Trotz der sich langsam beruhigenden Situation belastet der Streit viele Unternehmen. Die chinesische Handelsplattform Alibaba musste nun ihre Umsatzprognose für das noch bis Ende März 2019 laufende Finanzjahr kappen - obwohl deutlich mehr Menschen Alibaba aktiv nutzen. Zur Begründung verwies Alibaba am Freitag auf "allgemeine wirtschaftliche Unsicherheiten".

Alibaba rechnet nun mit Erlösen von 375 bis 383 Milliarden Yuan (bis zu 48,7 Milliarden Euro), das liegt bis zu sechs Prozent unter der bisherigen Vorhersage. In dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal steigerte Alibaba den Umsatz im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 85,1 Milliarden Yuan (10,8 Milliarden Euro). Analysten hatten aber mit noch etwas mehr gerechnet. Der Gewinn stieg um fünf Prozent auf 18,2 Milliarden Yuan.

Steigende Nutzerzahlen

Alibaba hat nun 601 Millionen aktive Nutzer in seinen chinesischen Handelsplattformen, damit kamen binnen drei Monaten 25 Millionen hinzu. Die Erlöse im Handelsgeschäft sprangen im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 72,5 Milliarden Yuan hoch. Bei Cloud-Diensten konnte Alibaba die Erlöse um 90 Prozent auf 5,67 Milliarden Yuan steigern.

Die Anleger reagierten zunächst positiv auf die Quartalszahlen. Die Aktie von Alibaba steigt zur Stunde um rund 1,25 Prozent an der Frankfurter Börse.

Alibaba zieht Versprechen zurück

Alibaba-Chef Jack Ma

Alibaba-Chef Jack Ma. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Jack Ma gab Trump wegen des Handelsstreits zwischen den Regierungen in Peking und Washington zuletzt einen Korb. Der Gründer des chinesischen Online-Einzelhändlers, der die Spitze der Plattform 2019 verlassen wird, zog sein Versprechen zur Schaffung von einer Million Jobs in den USA zurück. "Es gibt keinen Weg, das Versprechen einzuhalten", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Xinhua. Ma hatte Donald Trump das Versprechen bei einem Treffen zu Beginn der Amtszeit des Präsidenten gegeben.

In dem Handelskonflikt bekämpfen sich die beiden Wirtschaftsmächte seit Monaten mit Zöllen und Gegenzöllen. Trump stört sich an dem großen US-Handelsdefizit gegenüber China. Er wirft der Volksrepublik Dumpingpreise, Technologiediebstahl und weitere unfaire Handelspraktiken vor. China bestreitet die Vorwürfe.

tb