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Schnell wachsendes Segment Alibaba investiert 26 Milliarden in Cloud-Dienste

Stand: 20.04.2020, 13:53 Uhr

Wie Amazon, der Konkurrent aus Amerika, will auch der chinesische Alibaba-Konzern vor allem im Cloud-Geschäft wachsen, das jetzt schon stärker zulegt als der klassische Online-Handel.

Dazu will der chinesische Internetkonzern in den kommenden drei Jahren gut 200 Milliarden Yuan oder umgerechnet etwas mehr als 26 Milliarden Euro in den Ausbau der Sparte stecken. Damit soll die Zahl der Rechenzentren erhöht werden, um die Cloud-Angebote in noch mehr Ländern anbieten zu können. Zudem soll ein Teil der Investitionssumme in den Ausbau von Technologien wie der Künstlichen Intelligenz (AI) fließen.

Das lukrative Cloud-Geschäft war im dritten Geschäftsquartal (Ende Dezember) mit einer Wachstumsrate von 62 Prozent das am schnellsten wachsende Segment des Konzerns. Mit einem Umsatz von knapp elf Milliarden Yuan spielt der Bereich absolut aber noch eine untergeordnete Rolle innerhalb des Unternehmens, das sein Geld vor allem mit E-Commerce und Internetspielen macht. Der Gesamterlös des Unternehmens war in den drei Monaten bis Ende Dezember um 38 Prozent auf etwas mehr als 161 Milliarden Yuan gestiegen.

Vorbild Amazon

Mit dem Ausbau des Cloud-Bereichs eifert Alibaba dem US-Konzern Amazon nach. Der Internethändler hatte sehr früh auf das Cloud-Geschäft gesetzt. Der in der Sparte AWS (Amazon Web Services) gebündelte Bereich machte 2019 mit 35 Milliarden Dollar zwar nur rund zwölf Prozent des Amazon-Umsatzes aus, erzielte aber ein operatives Ergebnis von etwas mehr als neun Milliarden Dollar.

Damit steuerte der Bereich fast zwei Drittel zum operativen Ergebnis bei. Weitere bedeutende Konkurrenten sind der Alphabet-Konzern mit seiner Google Cloud Plattform sowie Microsoft mit dem Angebot namens Azure.

Erstes Rechenzentrum in Frankfurt

Gerade in der Coronakrise gilt der Cloud-Bereich als sehr wichtig, da das weltweite Datenvolumen etwa durch mehr Videokonferenzen angezogen hat, der Internethandel blüht und auch zum Beispiel Videospiele und andere Anwendungen immer öfter in der Cloud laufen.

Das erste Rechenzentrum in Europa hat Alibaba Ende 2016 in Frankfurt am Main eröffnet. Das Angebot an Cloud-Diensten ist noch nicht ganz so umfangreich wie bei der Konkurrenz, auch kann der Funktionsumfang der Dienste nicht immer mit der Konkurrenz mithalten. Preislich orientiert sich Alibaba weitgehend an Azure und AWS.

lg/dpa