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Wachstum bremst ab Alibaba im Shoppingrausch

Stand: 12.11.2018, 07:56 Uhr

Der "Singles Day" am 11.11. ist in China der Tag, an dem auf Teufel komm raus gekauft wird. Auch in diesem Jahr gab es wieder einen Umsatzrekord. Beim Internet-Kaufhaus Alibaba wuchsen die Umsätze ebenfalls, aber in geringerem Tempo.

Ein Umsatzplus von 27 Prozent nimmt sich immer noch imposant aus. Alibaba, das chinesische Pendant zu Amazon, setzte Waren im Wert von 30,7 Milliarden Dollar um. Der Singles Day sorgt bei Chinesen seit Jahren für eine regelrechte Kaufhysterie. Binnen Minuten nach dem Start der Rabattaktionen werden Waren aller Art in Milliardenwerten verkauft.

Rekord auf Rekord

Der 11.11. galt in China unter Studenten ursprünglich als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. Vor acht Jahren begann dann Alibaba, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Zahlreiche Konkurrenten folgten dem Beispiel, wodurch der jährliche Singles Day zur großen Rabattschlacht wurde. Viele Kunden in China warten auf den Singles Day und schieben geplante Großeinkäufe bis dahin auf. Auch im vergangenen Jahr bescherte der Singles Day den Onlinehändlern Verkaufsrekorde.

Bei Alibaba schauen die Analysten besonders argwöhnisch auf das Wachstumstempo, die Aktie reagiert entsprechend sensibel auf die entsprechenden Wasserstandsmeldungen. Das nun erreichte Wachstum ist das geringste seit der Einführung des Singles Day. Im Vorjahr noch hatte Alibaba um 39 Prozent bei den Warenverkäufen zugelegt.

Bei Alibaba wackelt das Wachstum

Die Experten haben dabei auch noch Aussagen des Managements zum Wachstum im laufenden Geschäftsjahr im Hinterkopf. Anfang November hatte Alibaba seine Umsatzprognose heruntergeschraubt. Das Unternehmen rechnet nun mit Erlösen von 375 bis 383 Milliarden Yuan (bis zu 48,7 Milliarden Euro), das liegt bis zu sechs Prozent unter der bisherigen Vorhersage. In dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal steigerte Alibaba den Umsatz im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 85,1 Milliarden Yuan (10,8 Milliarden Euro). Analysten hatten aber mit noch etwas mehr gerechnet. Der Gewinn stieg um fünf Prozent auf 18,2 Milliarden Yuan.

Aktie mit Schlagseite

Zur Begründung verwies Alibaba am Freitag auf "allgemeine wirtschaftliche Unsicherheiten", konkret dürften dabei auch die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen China und den USA eine Rolle spielen.

Auch an der Aktie kann man die verschlechterte Stimmung für das Unternehmen ablesen. Der Titel rutschte an der New Yorker Börse binnen weniger Monate von 210 auf rund 150 Dollar ab.

AB