Einzelhandel

Tesco Filiale

Discounter-Schlacht um England Aldi und Lidl heizen Tesco ein

Stand: 21.07.2014, 10:55 Uhr

Umsatz und Gewinn von Tesco liegen im ersten Halbjahr unter den Erwartungen. Die Konkurrenz von Aldi und Lidl trifft den britischen Einzelhandelskonzern hart im eigenen Land. Jetzt tritt sogar der Chef zurück.

Über diese Invasion aus Deutschland dürften sich die britischen Konsumenten freuen, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Das Passwort für den Eintritt in den britischen Markt lautet: billig! Und da liegen Aldi und Lidl nun mal an der Spitze. Aber auch andere Unternehmen setzen Tesco unter Druck.

Das wirkt sich nun auch in der Bilanz aus. Tesco hatte am Morgen mitgeteilt, dass Umsatz und Gewinn des ersten Halbjahres hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Geschäfte seien "schwieriger, als wir dachten", erklärte Tesco. Der Konzern versuchte zuletzt, Marktanteile durch hohe Investitionen in die eigenen Läden und Preissenkungen zu halten. Das kostet die Handelskette aber viel Geld.

Der Chef muss gehen

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Der Marktanteil der deutschen Discounter ist nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa in England mit gemeinsam etwas mehr als acht Prozent noch immer nicht besonders hoch. Er hat sich aber in wenigen Jahren verdoppelt und soll bald bei 13 Prozent liegen. Aldi betreibt derzeit gut 500 Filialen auf der Insel, Lidl fast 600.  

Der Gewinn von Tesco ging im vergangenen Geschäftsjahr um sechs Prozent auf 3,3 Milliarden Pfund zurück. Auch die Umsätze fallen. Im zweiten Quartal sanken sie um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im ersten Quartal hatte Tesco einen Rückgang um drei Prozent zu verzeichnen. Jetzt sollen Veränderungen an der Konzernspitze die Wende bringen.

Süßer Abschied von Clarke

Tesco-Chef Philip Clarke, der in den vergangenen Jahren vergeblich versucht hatte, das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu setzen, wird seinen Posten zum 1. Oktober an den Unilever-Manager Dave Lewis übergeben. "Man kann nur hoffen, dass der Nachfolger sich an das Unilever-Mantra 'Marge, Marge und noch mehr Marge' hält",  kommentierte ein Marktteilnehmer.

"Das ermöglicht dem Unternehmen einen Neuanfang", sagte Aktienhändler Lee Mumford vom Brokerhaus Spreadex. Die Aktien des weltweit drittgrößten Einzelhändlers stiegen um bis zu 3,5 Prozent auf 295 Pence und waren damit Spitzenreiter im Londoner Auswahlindex FTSE. Seit Jahresstart hat das Papier trotzdem mehr als 13 Prozent eingebüßt.

ts