Alcoa Aluminiumbarren
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Aktien sacken ab Alcoa zu heiß gelaufen

Stand: 18.01.2018, 09:10 Uhr

In den letzten fünf Wochen haben die Aktien von Alcoa kräftig aufgedreht und 35 Prozent gewonnen. Nun ist der Höhenflug gestoppt: Die Zahlen des Aluminium-Produzenten ernüchtern die Anleger.

Im vierten Quartal rutschte Alcoa noch tiefer in die roten Zahlen. Kosten zur Schließung von Werken brockten dem US-Unternehmen ein Minus von 196 Millionen Dollar ein. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Verlust von 125 Millionen Dollar gegeben. Immerhin: Der Umsatz stieg um gut ein Viertel auf 3,17 Milliarden Dollar.

Im Frankfurter Handel sacken die Alcoa-Aktien am Donnerstagmorgen um über sechs Prozent ab. Zuvor waren die Titel aber schon stark gelaufen. Vor allem seit Dezember haben die Aktien mächtig aufgedreht. In den letzten zwölf Monaten hat der Kurs fast 70 Prozent zugelegt.

Millionen-Gewinn im Gesamtjahr

Trotz des schwachen Schlussquartals reichte es zum Turnaround im Gesamtjahr. Dank höherer Aluminiumpreise erzielte Alcoa 2017 einen Gewinn von 217 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Alu-Hersteller, der früher die US-Berichtssaison immer eingeläutet hatte, noch einen Verlust von 400 Millionen Dollar erlitten.

Die Früchte des Erfolgs erntet Klaus Kleinfeld nicht mehr. Der Deutsche musste im April als Chef der abgespaltenen Tochter Arconic zurücktreten, weil er ohne Rücksprache mit dem Aufsichtsrat einen Drohbrief an den Großaktionär Elliott geschrieben hatte.

Aufspaltung hat sich bewährt

Alcoa hatte sich zum 1. November 2016 aufgespalten: Die klassische Verhüttungssparte führt weiter den Namen Alcoa. Die Schwester firmiert unter Arconic und spezialisiert sich auf hochwertige Aluminium- und Titanlegierungen für Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie die Bauindustrie.

Bei Autos kommt zunehmend das Leichtbaumaterial Aluminium zum Einsatz. Auf der Automesse in Detroit zeigt Ford, was mit dem Metall möglich ist. Im neuen F150 steckt pro Auto eine halbe Tonne Alu. 350.000 Tonnen Aluminium liefert dafür pro Jahr Alcoa - das  ist mehr als in der gesamten europäischen Autoindustrie.

nb