Tim albrecht verlässt die DWS

"Herber Schlag" für Deutsche Bank-Tochter Albrecht geht, DWS fällt

Stand: 06.09.2018, 13:24 Uhr

Tim Albrecht verlässt die DWS. Ein herber Schlag für die Vermögenswaltungstochter der Deutschen Bank, ist doch Albrecht eine Art Star unter den Fondsmanagern. Das gibt der DWS-Aktie den Rest.

Tim Albrecht ist als Fondsmanager mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem als Fondsmanager des Jahres und bester Fondsmanager für deutsche Aktien. Nun verlässt er die DWS, um bei der Hamburger Berenberg Bank anzuheuern. Ein "herber Schlag" für die DWS, sagt das Branchenmagazin "Fonds professionell" zu dem Abgang.

Albrecht führte bei der DWS mehrere Flaggschiff-Fonds, unter anderem den DWS Deutschland und den DWS Aktien Strategie Deutschland. Insgesamt verwaltete er für die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank ein Anlagevolumen von rund 15 Milliarden Euro. Er war verantwortlich für Aktieninvestments in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der DWS-Aktie bekommt Albrechts Abgang gar nicht gut: Sie fällt heute zunächst um fast zwei Prozent auf 25,02 Euro und macht damit ein neues Rekordtief aus. Zuletzt lagen die Papiere bei 25,17 Euro noch mit gut einem Prozent im Minus.

DWS auf dem absteigenden Ast

Die Börsengeschichte der DWS ist bislang alles andere als eine Erfolgsgeschichte: Seit die Papiere im März zu 32,50 Euro ausgegeben wurden, ging es stetig bergab. Ihr Hoch hatten sie am ersten Handelstag knapp über 33 Euro erreicht und verloren seither rund ein Viertel.

Die DWS ist mit 26 Prozent Marktanteil bei Privatanlegern die führende Fondsgesellschaft in Deutschland. Weltweit verwaltet sie 700 Milliarden Euro. Doch die Kunden machen sich rar, die Nettoabflüsse in den ersten beiden Quartalen sanken. Insgesamt zogen Investoren 12,6 Milliarden Euro ab. Laut DWS ist die US-Steuerreform schuld, US-Unternehmen repatriierten als Reaktion auf die Steuerreform rekordhohe Beträge aus dem Ausland. Der schlechte Ruf des Mutterhauses dürfte aber sicher auch eine Rolle spielen.

Es ist übrigens nicht der erste Fondsmanager, den die DWS an Deutschlands älteste Privatbank verliert. Henning Gebhardt, ebenfalls ein Star in der Fonds-Szene, verließ die DWS und leitet seit Anfang 2017 das Wealth and Asset Management bei Berenberg.

bs