900 Millionen Dollar-Wette Mischt Bill Ackman Starbucks auf?

Stand: 10.10.2018, 08:31 Uhr

Der aktivistische Investor Bill Ackman hat sich bei Starbucks eingekauft. Er glaubt, dass sich die Aktie der Kaffeehauskette in drei Jahren verdoppeln kann.

Wie aus einer Mitteilung von Ackmans Fonds, Pershing Square Capital, hervorgeht, besitzt die Beteiligungsgesellschaft jetzt 15,2 Millionen Starbucks-Aktien mit einem Gesamtwert von knapp 900 Millionen Dollar. Starbucks wird an der Börse zur Zeit mit rund 78 Milliarden Dollar bewertet.

Pershing Square erklärte, es handle sich um die "seltene Gelegenheit, eines der besten Unternehmen der Welt zu einem Abschlag zu besitzen". Die Starbucks-Aktie legte nach Bekanntwerden des Einstiegs zu und schloss zwei Prozent höher bei 57,7 Dollar. Damit bleibt sie innerhalb ihrer seit Jahren unveränderten Schwankungsbreite zwischen 55 und 65 Dollar.

Bereits Gewinn gemacht

Für Ackman und seinen Fonds hat sich das Investment bereits ausgezahlt, hat er doch nach eigenen Angaben die Starbucks-Aktien im Schnitt zu 51 Dollar das Stück erworben, 13 Prozent unter dem Kurs von gestern Abend.

Und damit ist das Kurspotenzial nach Überzeugung des Investors noch längst nicht ausgeschöpft. Wenn es gelingt, die Umsätze pro Filiale auf das ursprüngliche Niveau zu heben, habe die Starbucks-Aktie das Potenzial in den kommenden drei Jahren ihren Wert zu verdoppeln, schreibt Pershing Square Capital.

Wachstum in China

 Bill Ackman

Bill Ackman. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ackman setzt zudem auf das anhaltende Wachstum der Kaffeehauskettte in China. Auch habe Starbucks ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm vorgelegt, das 20 Prozent des derzeitigen Marktwertes des Unternehmens entspreche. Für Ackman ist die Gastronomie kein unbekanntes Terrain. Im Gegenteil. Der Investor besitzt auch Anteile an der Kette Chipotle Mexican Grill und ist an Restaurant Brands International beteiligt, der Muttergesellschaft von Burger King und Mondelez.

Auch an Nike war Ackman in diesem Jahr kurz beteiligt, hat seinen Anteil aber mit einem Gewinn von 100 Millionen Dollar inzwischen wieder verkauft. Der Pershing Fonds hatte in den vergangenen Jahren mit erheblichen Mittelabflüssen zu kämpfen. Grund waren Mega-Verluste mit Spekulationen um Herbalife. So ist das von Pershing verwaltete Portfolio in den letzten drei Jahren um die Hälfte abgeschmolzen, auf zuletzt rund zehn Milliarden Dollar.

Starbucks muss sparen

Auch Starbucks durchläuft derzeit eine Phase der Stagnation. Dass der Umsatz im dritten Geschäftsquartal um elf Prozent zugelegt hat, ist nur einem Zukauf in China zu verdanken. Das organische Wachstum lag nur bei einem Prozent. Das operative Ergebnis ging leicht auf 1,04 Milliarden Dollar zurück.

Die Kaffeehauskette tritt deshalb auf die Kostenbremse. Bis zu 150 Filialen sollen bis Ende dieses Jahres geschlossen werden. Auch will Starbucks mehr Kaltgetränke und kleine Snacks anbieten, um den Rückgang des Kaffeeumsatzes auszugleichen.

lg