Paul Singer
Audio

Elliott offenbar eingestiegen Hedgefonds drängt Bayer zur Aufspaltung

Stand: 09.12.2018, 14:48 Uhr

Das Bayer-Management bekommt Druck von einem unbequemen aktivistischen Investor. Der angeblich eingestiegene US-Hedgefonds Elliott von Paul Singer will den Pharma- und Agrarchemiekonzern aufmischen.

Der aktivistische Investor drängt das Management und den Aufsichtsrat von Bayer dazu, eine Trennung des Dax-Konzerns in zwei Bereiche – Pharma und Agrarchemie - auszuloten. Das meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagabend unter Berufung auf Insider.

Vorstand lehnt Gespräch ab

Bisher habe es aber keine Treffen zwischen dem Hedgefonds des US-Investors Paul Singer und dem Bayer-Management gegeben, berichteten Bloomberg und die Agentur Reuters. Elliott habe das Gespräch mit dem Bayer-Vorstand gesucht, doch weder Konzernchef Werner Baumann noch einer seiner Vorstandskollegen seien bisher dazu bereit gewesen. Elliott lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab. Von Bayer war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der US-Hedgefonds Elliott ist vor rund einem Jahr bei Bayer eingestiegen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Insider nicht. Ab einer Schwelle von drei Prozent müsste der Investor seine Beteiligung allerdings offenlegen. Der Investor könnte sich aber auch für einen Verkauf seines Anteils entscheiden.

Der gefürchtete Investor

Der aktivistische Investor hat zuletzt unter anderem beim Industriekonzern Thyssenkrupp, beim Energiekonzern Uniper und beim schwächelnden Anlagenbauer Gea von sich reden gemacht. Beim Arzneimittelhersteller Stada machte sich Elliott das deutsche Aktienrecht zunutze, um bei bei der Übernahme des Unternehmens mehr Geld für sich rauszuschlagen: Erst nachdem die Finanzinvestoren Bain und Cinven ihre Offerte deutlich aufstockten, verkaufte auch der Hedgefonds seine Anteile.

Der Bayer-Konzern steht derzeit mächtig unter Druck. Nach der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto und einer Niederlage vor Gericht in den USA im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat war der Aktienkurs kräftig eingebrochen. Vor kurzem kündigte Bayer einen groß angelegten Stellenabbau und den Verkauf von Unternehmensteilen wie der Tiermedizin an.

nb