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Wo laufen die US-Zinsen hin? Aktienmärkte ganz im Zeichen der Fed

von Robert Minde

Stand: 16.06.2019, 14:34 Uhr

Die US-Notenbank Fed berät nächste Woche über den Zinskurs des Landes. Die Börse scharrt schon mit den Hufen, zumal die Fed um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen muss wie lange nicht mehr.

Denn die ständigen Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen den geldpolitischen Kurs könnte die Notenbank dazu veranlassen, vorerst die Füße still zu halten. "Damit könnte der Verdacht einer Beeinflussung seitens der US-Regierung vermieden werden", gibt Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG zu bedenken.

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Ironie dabei: Inhaltlich sind Trump und die Fed gar nicht so weit voneinander entfernt. So hat die Notenbank ihren Zinszyklus schon seit Jahresanfang ausgesetzt und zuletzt der Wirtschaft nur noch ein gemäßigtes Tempo bescheinigt.

Es ist also durchaus spannend, wenn am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa (gegen 20:00 Uhr MEZ), der Zinsentscheid bekannt gegeben wird. Wie weit öffnet sich die Fed für Zinssenkungen, fasst Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck, die Diskussion zusammen.

Politik und kein Ende

Auch wenn die Zinsspekulationen zuletzt wieder die Märkte bestimmt haben, losgelöst von den vielen politischen Baustellen kann man sie natürlich nicht betrachten.

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Wann die erste Zinssenkung genau erfolgen wird, hängt nach Einschätzung von Charlotte Heck-Parsch von der BayernLB nicht zuletzt davon ab, wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China entwickelt. Die Volkswirtin hält einen Zinsschritt im Herbst für wahrscheinlich. Sollte der Konflikt eskalieren, "könnte die Fed allerdings auch schon früher eingreifen".

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: Imago

Mit einer Annäherung beim G20-Treffen am 28. und 29. Juni in Japan rechnen mittlerweile nur noch die wenigsten. Erst am Sonntag hieß es im Leitartikel der Parteizeitung der chinesischen Kommunisten, "die Volksrepublik habe keine Wahl, als den Kampf bis zum Ende auszufechten".

Dax

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Hinzu kommt natürlich das aktuelle Kriegsgerassel im Persischen Golf - ein Konflikt, der allen Erklärungen der Protagonisten zum Trotz, das Potenzial hat, auszuarten. Und immer mittendrin: Donald Trump, der unberechenbare Twitterer aus Washington, dessen Verhalten nicht prognostizierbar ist - dessen Tweets sich aber langsam auch abnutzen. Gefährlich bleiben sie aber trotzdem und entscheiden natürlich mit darüber, ob der Dax sein immer noch hohes Niveau über 12.000 Punkte wird halten können.

HV-Saison geht weiter

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Fast schon langweilig kommt da der Rest des Terminplans daher. Etwa die zahlreichen Hauptversammlungen, unter anderem von Dax-Mitglied Wirecard, aber auch vom Wohnungskonzern Deutsche Wohnen aus Berlin.

Ausgerechnet am Dienstag, dem Tag der Hauptversammlung des Immobilienkonzerns aus dem MDax, wird der Senat in Berlin über eine Mietpreisdeckelung entscheiden. Die Aussicht hat schon großen Schaden angerichtet bei den Immobilienaktien, weiterer Ärger könnte nun ins Haus stehen - vor allem dann, wenn wie auch immer geartete Verstaatlichungsfantasien einiger Politiker wieder die Schlagzeilen beherrschen sollten. Aus den USA legen noch die beiden Softwareunternehmen Adobe und SAP-Erzrivale Oracle neue Geschäftszahlen vor.

Für die Luftfahrtbranche besonders wichtig ist die Eröffnung der großen Schau im französischen Le Bourget bei Paris am Montag, die bis zum 23.6. geht.

Neue Konjunkturdaten und Hexensabbat

Zwar steht der Fed-Entscheid im Mittelpunkt der makroökonomischen Neuigkeiten, es gibt aber auch noch andere Termine. In Deutschland unter anderem die ZEW-Konjunkturerwartungen für den Juni am Dienstag oder in den USA die beiden Stimmungsindikatoren Empire State-Index (für den Großraum New York) und Philly-Fed-Index (für den Großraum Philadelphia) am Montag beziehungsweise Donnerstag.

EZB-Chef Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Neue Juni-PMI-Daten für Dienste in Japan und Europa gibt es am Freitag, ebenso wie aus den USA wo aber auch noch Daten aus dem Verarbeitenden Gewerbe erwartet werden. Ebenfalls am Freitag ist dann der "große Verfallstag" an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat. Sowohl Futures als auch Optionen laufen, wie stets bei Quartalsmonaten, gleichzeitig aus und könnten für Bewegung sorgen.

EU-Gremien tagen

Am Montag geht der Blick auch nach Sintra in Portugal, wo die Notenbankkonferenz der EZB beginnt. EZB-Chef Mario Draghis Ansprache auf dem bis zum 19.6. dauernden Treffen wird am Dienstag ab 9:00 Uhr erwartet. Am Donnerstag beraten die Staatschefs der EU unter anderem über die personelle Besetzung wichtiger Spitzenposten in der EU sowie deren strategische Agenda bis zum Jahr 2024.

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