Caterpillar: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Wie Trumps Politik Caterpillar taumeln lässt

Stand: 05.07.2018, 11:30 Uhr

„Ich liebe Caterpillar“, ließ Trump die Welt einst wissen. Und Caterpillar liebte Donald Trump, galt doch der Baumaschinenkonzern als einer der wesentlichen Gewinner der „America First“-Strategie des US-Präsidenten. Der Handelskonflikt mit China wirft die Aktie jetzt weit zurück.

Im Januar dieses Jahres erreichte die Aktie bei 170,89 Dollar ein Allzeithoch. Seitdem zeigt der Trend ziemlich klar nach unten. Allein in den vergangenen vier Wochen ging es um mehr als zwölf Prozent abwärts. Aktuell notiert der Dow-Jones-Titel bei nur noch knapp unter 134 Dollar. Das ist binnen rund eines halben Jahres ein scharfer Rückschritt.

Dabei sah alles zunächst alles so glänzend aus. Experten trauten Caterpillar ein herausragendes Jahr zu und im ersten Quartal konnte der Konzern wirklich überzeugen. Der weltgrößte Baumaschinenhersteller hob seine Gesamtjahresziele an, vervielfachte seinen Gewinn von 0,32 Dollar pro Aktie im Vorjahr auf 2,74 Dollar. Der Umsatz stieg um 31 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar.

Der Präsident gibt, der Präsident nimmt

Und auch die weitere Zukunft hätte rosig sein können, schließlich hatte Trump ein gigantisches Infrastrukturprogramm angekündigt: „Wir werden neue Straßen und Autobahnen und Brücken und Flughäfen und Tunnel und Bahnstrecken quer durch unser wunderbares Land bauen", hatte er nach der Wahl angekündigt. Naturgemäß gehört der weltgrößte Baumaschinenhersteller zu den größten Profiteuren einer solchen Politik.

Auch die von Trump initiierte Steuerreform galt als Raketentreibstoff für die US-Wirtschaft. Ausgerechnet jetzt kommt für das international agierende und auch in China sehr präsente Unternehmen Caterpillar der Zollkonflikt dazwischen. Beispielsweise treffen Zölle auf Stahl und Aluminium Hersteller von Landtechnikprodukten, zu denen auch Caterpillar zählt, da die Preise für die Metalle steigen dürften.

Baumaschine von Caterpillar

Bullig, kraftvoll, laut: Der Präsident liebt Caterpillar-Maschinen. | Bildquelle: Unternehmen

Ein weiteres Problem ist die extreme Konjunkturabhängigkeit des Baugewerbes. Solange die Weltwirtschaft brummt, sind die Aussichten hervorragend. Stottert der Konjunkturmotor, gerät auch Caterpillar ins Schlingern. Deshalb gelten die Geschäftszahlen als guter Indikator für die Weltwirtschaft.

Die Stimmung kippt

Der Handelskonflikt mit China und der EU dürfte nach übereinstimmender Ansicht der Fachwelt einen spürbar negativen Effekt auf die globale Konjunktur haben. Die Börsen reagieren darauf schon seit geraumer Zeit mit fallenden Kursen. Auch die USA werden wohl Konjunkturprobleme bekommen. Lesen Sie hier, ob Donald Trump die USA in die Rezession treibt. Falls sich die gedämpfte Stimmung bereits in den Fakten niedergeschlagen hat, werden das die Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, die demnächst zu erwarten sind.  

Für Caterpillar ist es grundsätzlich schön, vom US-Präsidenten geliebt zu werden. Aber noch schöner ist es, wenn die Anleger Catarpillar lieben. Und diese Liebe scheint derzeit doch etwas zu erkalten - aus Gründen, für die Trumps Politik die Verantwortung trägt.

ts