Westwing Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie hat sich verzehnfacht Westwing: Boom trotz Babypause

Stand: 04.09.2020, 12:29 Uhr

Der Online-Händer für Möbel und Wohnaccessoires Westwing hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose angehoben. Dabei ist eine sehr wichtige Person des Unternehmen derzeit gar nicht mit an Bord.

Laut dem Münchener Unternehmen entwickelt sich das laufende dritte Quartal besser als erwartet. Das so genannte "Bruttowarenvolumen", das als ein Indikator für die Umsatzentwicklung gelten kann, lag im bisherigen Quartalsverlauf um 55 Prozent über dem Vorjahr. "Dieses Wachstum wurde weiterhin durch eine erhöhte Nachfrage von bestehenden Kunden sowie eine gesteigerte Neukundenakquise getrieben. Diese positive Entwicklung konnte in allen operativen Ländern des Konzerns beobachtet werden", teilte das Unternehmen mit.

Wegen der guten Entwicklung rechnet Westwing im Gesamtjahr nun mit einem Umsatzwachstum von 40 bis 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr - nach bisher 25 bis 35 Prozent. Die bereinigte Ebitda-Marge soll sechs bis acht Prozent erreichen. Zuletzt hatte das Unternehmen hier drei bis fünf Prozent anvisiert. Westwing verwies auf Skaleneffekte aufgrund des höheren erwarteten Wachstums sowie guten Margen.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr war der Umsatz knapp 50 Prozent gewachsen, die bereinigte Ebitda-Marge hatte bereits 7,6 Prozent erreicht. Und das, obwohl das traditionell besonders starke Weihnachtsquartal erst noch bevorsteht.

Ziel des Unternehmens im Stile eines Shopping-Clubs ist es den Kunden täglich neue Inspirationen im Rahmen von kurzlaufenden Verkaufsaktionen zu bieten. Daneben gibt es auch den kategoriebasierten Online-Shop Westwingnow.

Das Gesicht fehlt noch

Delia Lachance - Gründerin von Westwing

Delia Lachance. | Bildquelle: imago

Die gute Entwicklung findet derzeit ohne das Gesicht von Westwing, Mitbegründern Delia Lachance (ehemals Fischer), statt. Die Managerin befindet sich derzeit noch in einer sechsmonatigen Elternzeit. Da eine solche Pause bei Vorstandsmitgliedern nicht vorgesehen ist, war sie im März vorübergehend von ihrem Vorstandsposten zurückgetreten. Lachance hatte das Unternehmen zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Stefan Smalla im Jahr 2011 gegründet und lange Zeit den Posten der des Chief Creative Directors inne.

Die Westwing-Aktie ist in ihrer bisher knapp zweijährigen Börsennotierung durch heftige Kursschwankungen aufgefallen. Von ihrem Ausgabepreis von 26 Euro war das Papier nach zwischenzeitlich hohen Verlusten gepaart mit langsamem Wachstum bis auf 1,80 Euro gefallen. Seit Herbst vergangenen Jahres geht es aber wieder aufwärts. Am heutigen Freitag kletterte die Westwind-Aktie zeitweise um mehr als 13 Prozent auf 18,60 Euro.

Größter Aktionär ist die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket mit einem Anteil von 25 Prozent. Der einflussreiche amerikanische Finanzinvestor The Capital Group hält acht Prozent.

ME