Walt Disney: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Walt Disney: Geht das jetzt so weiter?

Stand: 29.04.2019, 15:54 Uhr

Seit den ersten Berichten Mitte März über einen Einstieg von Walt Disney in den Markt für Streamingdienste kennt der Aktienkurs nur eine Richtung: nach oben. Wie eine Rakete ist er seither um 27 Prozent in die Höhe geschossen. Wie lange kann das gut gehen?

Solange es gute Nachrichten wie die zum Publikumserfolg des Heldenepos "Avengers: Endgame" gibt, dürfte der Aktienkurs der Traumfabrik aus Hollywood weiter in die Höhe klettern. So spielte der neue Film übers Wochenende weltweit 1,2 Milliarden Dollar ein - ein neuer Rekord in der Filmgeschichte.

Die Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel bringen Disney schon länger viel Geld ein. Allein an der letzten Episode "Avengers: Infinity War" verdiente der Konzern inklusive Merchandise geschätzte 985 Millionen Dollar, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt. Bisher hielt "Avengers: Infinity War", gestartet im April des vergangenen Jahres, mit 258 Millionen Dollar den Rekord.

Begeisterte Aktionäre

Die Kinogänger in den USA und Kanada begeistern sich derzeit offensichtlich sehr für Superhelden - auf dem zweiten Platz der Charts landete dem Portal "Box Office Mojo" zufolge der Film "Captain Marvel", in dem Hollywood-Star Brie Larson als Kriegerin in einer intergalaktischen Schlacht übernatürliche Kräfte besitzt. Die Einnahmen betrugen am nunmehr achten Wochenende 8,1 Millionen Dollar.

The Avengers – Infinity War

The Avengers – Infinity War. | Bildquelle: The Walt Disney Company Limited

Was die Anleger befeuert, ist die Ankündigung von Walt Disney, einen eigenen Streamingdienst zu starten. Bis auf 130 Dollar ist der Kurs zeitweise gestiegen, nachdem der Konzern das Angebot im April offiziell bekannt machte. Walt Disney bringt seinen Streamingdienst in den USA mit einem Kampfpreis an den Start: Disney+ soll 6,99 Dollar im Monat kosten und ist damit billiger als das günstigste Abo des Rivalen Netflix. Netflix-Aktien gerieten daher stark unter Druck.

Großes inhaltliches Angebot

Nach dem US-Start am 12. November soll der Dienst innerhalb von zwei Jahren in den meisten wichtigen Regionen der Welt verfügbar sein, wie Disney-Chef Robert Iger ankündigte. Der Konzern rechnet mit 60 bis 90 Millionen Kunden zum Jahr 2024.

Disney setzt auf sein großes Inhalte-Angebot, um Kunden anzulocken. Der Konzern zieht seine Filme und Serien bei Konkurrenten wie Netflix ab und will sie nur auf der eigenen Plattform streamen. Zu Disney gehören auch das "Star-Wars"-Studio Lucasfilm sowie die Marvel-Studios mit Superhelden-Filmen wie "Avengers". Profitieren will der Konzern auch von der jüngsten Übernahme der TV-Sender von 21st Century Fox. So sollen bei Disney+ alle Staffeln der Animationsserie "The Simpsons" verfügbar sein.

Bullische Analysten

Disney+ überzeuge, schrieb RBC-Analyst Steven Cahall in einer aktuellen Studie. Die Konzernziele für das Wachstum der Abonnentenzahlen lägen deutlich über den Erwartungen. Der Experte beließ seine Einstufung für die Disney-Aktien auf "Top Pick" und hält auf Zwölfmonatssicht Kurse von 140 Dollar für möglich.

Auch andere Analysten äußerten sich positiv. Disney+ bietet große Chancen, kommentierte Vijay Jayant von Evercore mit Blick auf die Abonnentenzahlen und die Märkte von Disney. Jayants Kursziel lautet ebenfalls 140 Dollar, sein Votum "Outperform".

Goldman Sachs Analyst, Drew Borst, sprach gar vom "Beginn einer neuen Ära" für Disney. Die Investmentbank hat die Walt Disney-Aktie mit "Buy" wieder aufgenommen und das Zwölf-Monats-Kursziel auf 142 Dollar angehoben. Durch die Übernahme von 21st Century Fox und dem angekündigten Streamingdienst könnte die Anzahl der Abonnenten weltweit auf 73 Millionen bis 2025 steigen. "Wir erachten deshalb Disney+ als eine positive langfristig angelegte Strategie."

Überzeugendes erstes Quartal

Auch im ersten Quartal des derzeitigen Geschäftsjahres hat Walt Disney die Erwartungen übertroffen. Zwar ging der Gesamtumsatz von 15,35 Milliarden Dollar auf 15,30 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten mit "nur" 15,14 Milliarden Dollar gerechnet.

Disney profitierte vor allem davon, dass die Vergnügungsparks und Hotels ihre Erlöse um 4,6 Prozent auf 6,82 Milliarden Dollar steigerten. Außerdem kletterte das operative Ergebnis der Medien-TV-Sendersparte um sieben Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar.

lg