SGS : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Vertrauen ist gut, SGS ist besser

Stand: 09.03.2018, 15:20 Uhr

Vorschriften und Anforderungen taugen bekanntlich nur dann etwas, wenn deren Einhaltung auch überprüft wird. Genau hier setzt das Geschäftsmodell des Schweizer Warenprüfers SGS Group ein. Zu prüfen gibt es nämlich genug, und das weltweit.

Die Gründung des Traditionsunternehmen SGS Group geht schon auf das Jahr 1878 in Frankreich zurück, als per Schiff transportierte Getreidelieferungen bei Ankunft auf Vollständigkeit geprüft wurden. Mit dieser Dienstleistung wurde dem Exporteur Sicherheit gegen den Schwund während des Transports angeboten - vorausgesetzt, die Ladung durfte beim Be- und Entladen geprüft werden.

Das schnell wachsende Geschäft wurde im Ersten Weltkrieg in die neutrale Schweiz nach Genf verlegt und in den heutigen Namen umbenannt (Société Générale de Surveillance). Bis heute ist dort der Sitz des weltweit tätigen Unternehmens. Seit 1920 ist die SGS Group in Deutschland vertreten.

Verschiedene Dienstleistungen

Heute teilt SGS seine Dienstleistungen mit über 93.000 Mitarbeitern in vier Bereiche auf: Inspektion, Testen, Zertifizieren und Verifizieren. Die Kunden kommen aus zahlreichen Branchen wie Bau, Bergbau, Landwirtschaft, Lebensmittel (in Deutschland etwa die Institut Fresenius-Labore) und auch dem öffentlichen Sektor.

SGS-Logo

SGS-Logo. | Bildquelle: Unternehmen

In diesem Umfeld hat der Konzern im vergangenen Jahr seine Umsätze (inklusive Übernahmen und zu konstanten Wechselkursen) im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken gesteigert. Das Ebitda (vor der Amortisation von immateriellen Vermögensgegenständen und Einmaleffekten) stieg um 5,4 Prozent auf 969 und das Nettoergebnis um 13,3 Prozent auf 664 Millionen Franken. Die Ebitda-Marge blieb unverändert bei 15,3 Prozent, hier hatten Analysten mit 15,4 Prozent ein leicht besseres Ergebnis erwartet. Die Dividende wird von 70 auf 75 Franken je Aktie erhöht.

Zufrieden war SGS vor allem mit den Geschäften in den Sektoren Bergbau, Nahrungsmittel und Elektronik. Regional war das Geschäft in China stark, währenddessen sich das Industriegeschäft wegen schwacher Bautätigkeit in Südamerika schwächer entwickelte.

Auf Brautschau

Im Hinblick auf eine Steigerung der Marge sieht das Management im Ausblick noch reichlich Luft nach oben. Vor allem für das laufende Jahr ist man zuversichtlich, für die Zeit danach wird sogar noch eine höhere Effizienz in Aussicht gestellt.

Klar ist auch, dass weiter zugekauft wird. Der Prüfmarkt ist sehr fragmentiert und SGS hat schon im Vorfeld der Jahreszahlen deutlich gemacht, dass es eine starke Übernahmeaktivität im Volumen von einer Milliarde Franken im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 anstrebt. Wirklich neu ist die Ankündigung also nicht, auch wenn Analysten die leichten Kursabschläge nach dem Zahlenwerk auch auf diese Äußerung zurückgeführt haben.

Aktie zuletzt volatil

Die SGS-Aktie ist zuletzt mit dem Markt seit Januar, und dann nach den Zahlen Anfang Februar, abgesackt - nach zuvor starken Zugewinnen seit September 2017. Das Zwölf-Monats-Hoch lag im Januar bei 2.635 Franken, aktuell kostet das Papier 2.445 Franken. Kurz- bis mittelfristig müssen sich Anleger auf solche Schwankungen immer wieder einstellen. Langfristig betrachtet waren Einstiege in Schwächephasen aber meist ein gutes Geschäft.

rm