UPS: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages UPS: Kosten fressen Gewinne auf

Stand: 30.11.2017, 10:14 Uhr

Während die Aktie der Deutschen Post von Rekord zu Rekord eilt, sind die Titel des amerikanischen Konkurrenten UPS in diesem Jahr kaum vorangekommen. Auch die meisten Analysten raten zur Vorsicht. Was ist da los?

An der mangelnden Nachfrage oder gar einem konjunkturbedingten Rückgang des Online-Handels liegt es jedenfalls nicht, dass die UBS-Aktie in diesem Jahr kaum fünf Prozent vorangekommen ist - auf Dollarbasis. Für die Anleger im Euroraum notieren die Titel derzeit sogar zehn Prozent niedriger als zu Jahresbeginn. In der gleichen Zeit schaffte die Post-Aktie ein Plus von fast 30 Prozent.

Tatsächlich schafft es das Logisitikunternehmen nicht, die steigende Flut von Paketen in Gewinne umzumünzen. Zuletzt machte auch die Natur dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. So hat die Hurrikan-Serie im dritten Quartal einen Gewinnanstieg verhindert. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar zulegte, stagnierte der Überschuss bei 1,26 Milliarden Dollar.

Steigende Umsätze, stagnierende Gewinne

Die Wirbelstürme hätten das Unternehmen rund 50 Millionen Dollar gekostet. Zudem drückten Ausgaben für den Bau von Gebäuden und Samstagarbeit auf den Gewinn. Finanzchef Richard Peretz wurde mit Blick auf das Gesamtjahr zwar trotzdem optimistischer und setzte die untere Latte für den um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie um fünf Cent nach oben. Er soll damit 5,85 bis 6,10 Dollar erreichen. Analysten gehen bisher im Schnitt von 5,96 Dollar aus.

Nach Ansicht der Experten zeigen die jüngsten Quartalszahlen das Dilemma des Logistikkonzerns: Es gelingt UPS in diesem Jahr nicht, aus der wachsenden Paketmenge auf dem Heimatmarkt höhere Gewinne zu generieren. In den ersten drei Monaten ging der Überschuss sogar zurück, trotz gestiegener Umsätze.

Kehrseite des Online-Booms

Für die Logistiker zeigt sich hier die Kehrseite des boomenden Onlinehandels: Die Paketzustellung an Privathaushalte erweist sich als aufwendiger als an Unternehmen, die meist viele Sendungen auf einmal erhalten. UPS ist deshalb zu hohen Investitionen in den Ausbau der Lager- und Zustellkapazitäten gezwungen. Diese permanente Erweiterung des Paketnetzwerks sehen die Analysten als Hauptgrund für die rückläufigen Gewinnmargen an. Im Klartext heißt das: die Ausgaben sind höher als die Einnahmen.

UPS-Mitarbeiter trägt einen Stapel Pakete

UPS-Mitarbeiter. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch die Deutsche Post sieht die wachsende Paketflut zunehmend kritisch, plädiert deshalb für eine Bündelung der Zustellung an Privathaushalte in den Städten.

Analysten raten zur Vorsicht

Analysten raten bei UPS deshalb zur Vorsicht. Von den 23 Experten, die das Unternehmen aus Atlanta beobachten, empfehlen nur vier einen Kauf der Papiere. Die meisten anderen raten zum Halten der Aktie. Bei der fundamentalen Bewertung von UPS kommen sie sogar zu dem Schluss, dass die Aktie bei einem derzeitigen Kurs von gut 119 Dollar leicht überbewertet ist. Sie schätzen den fairen Wert des Titels auf 116 Dollar.

Dividendenjäger dürften das Papier dennoch nicht aus den Augen verlieren. UPS schüttet seit 1955 ununterbrochen eine Gewinnbeteiligung aus, in bar oder in Form von Aktien. Zuletzt wurde die Dividende im Februar 2017 um 6,4 Prozent auf den aktuellen Betrag erhöht, auf derzeit 0,83 Dollar im Quartal. Auf das Jahr hochgerechnet liegt die Gesamtauszahlung damit bei 3,32 Dollar. Dies entspricht beim derzeitigen Kursniveau von 119 Dollar einer aktuellen Dividendenrendite von 2,78 Prozent.

lg