AT&T: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages AT&T-Aktie trotzt Trump-Tweet

Stand: 04.06.2019, 11:09 Uhr

Aufruf zum Boykott eines einheimischen Medienunternehmens durch den US-Präsidenten? In der Ära Donald Trump ist das möglich. Im Fall von AT&T zeigten Anleger dem Staatschef aber letztlich die kalte Schulter.

An der New Yorker Börse schloss der Titel am Montagabend rund 1,6 Prozent im Plus. Zwischenzeitlich aber hatten Anleger durchaus verschreckt auf einen Tweet des US-Präsidenten reagiert. Der hatte unverhohlen zum Boykott des Telekom- und Mediengiganten aufgerufen.

"Unfair" behandelt

Anlass ist für den Präsidenten der zu AT&T-Konzern gehörende Nachrichtensender CNN. Durch dessen Berichterstattung wähnt sich Trump schon lange "unfair" behandelt. Dabei hat CNN nach Trumps eigenen Angaben sowieso kaum Zuschauer. "Ich glaube, wenn Leute aufhören würden AT&T zu verwenden oder zu abonnieren, wären sie dazu gezwungen, Änderungen bei CNN vorzunehmen, das sowieso bei den Einschaltquoten stirbt", schrieb Trump am Montag in einem aus Großbritannien abgesetzten Tweet. "Es ist so unfair mit so schlechten, Fake News!"

AT&T hat Anfang 2018 den Medienkonzern Time Warner übernommen, womit auch der Nachrichtensender CNN gekauft wurde. Trump hatte bereits in seinem Wahlkampf gegen die Übernahme gewettert und versprochen, sie zu verhindern. Dieses Versprechen konnte der Präsident aber nicht einhalten.

Trump-Kritik erhöht Auflage

Dass Kritik durch die US-Administration einem Medienunternehmen in den USA gar nicht schaden muss, zeigt das Beispiel der "New York Times". Die wurde seit dem Amtsantritt von Trump regelmäßig als Verbreiter von "Fake News" und "Feind des Volkes" bezeichnet - und erfreut sich seitdem steigender Leserzahlen.

Anleger schauen ohnehin lieber auf fundamentale Zahlen und geschäftliche Aussichten bei den Unternehmen, deren Aktie sie kaufen wollen. Und die sehen bei AT&T laut Experten derzeit durchaus interessant aus. Durch die Übernahme von Time Warner mit verschiedenen Sendern hat sich AT&T als Festnetz-, Mobilfunk- und Medienkrake in den USA weiter strategisch ausgedehnt. Dazu kommen dynamische wachsende Engagements in Lateinamerika. Im Mobilfunkbereich rollt der Konzern das 5G-Netz mit großer Geschwindigkeit aus, in dem in Zukunft etwa durch Video-Streaming neue Umsätze und Gewinne locken.

AT&T als Dividendenaristokrat mit Fantasie

Und das altehrwürdige, aber sich neu erfindende Unternehmen ist als Dividendengarant für Anleger seit langem eine feste Bank. AT&T zahlt auf das Jahr hochgerechnet 2,04 US-Dollar an seine Investoren aus. Das entspricht beim derzeitigen Aktienkurs von 31,10 Dollar einer Dividendenrendite von rund 6,5 Prozent. AT&T zählt damit zu den "Dividendenaristokraten", die seit mindestens 25 Jahren ihre Ausschüttung jedes Jahr anheben. Seit dem Jahr 1984 zahlt AT&T eine Dividende. Seitdem wurde die Dividende jedes Jahr angehoben.

Der Kurs der AT&T-Aktie zeigt seit Jahresbeginn auch nach oben. War er kurz vor dem Jahreswechsel noch auf ein Mehrjahrestief von rund 27 Dollar gefallen, scheint der Trend mit derzeit rund 31 Dollar wieder aufwärts zu zeigen, daran kann auch der US-Präsident wohl nichts ändern.

AB