Target Corp: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 5 Jahre

US-Dividenden-Aristokrat im Blick Target - Mit Google gegen Amazon

Stand: 24.11.2017, 08:51 Uhr

Der amerikanische Einzelhändler Target war mehrere Jahre an der Börse alles andere als gefragt. Nun bahnt sich eine Trendwende an. Grund ist ausgerechnet Google.

Target ist eine amerikanische Institution - im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 setzte der im Jahr 1902 gegründete Konzern mit seinen rund 1.800 Filialen fast 70 Milliarden Dollar um und machte 2,7 Milliarden Dollar Gewinn. Der Konzern ist die Nummer zwei auf dem amerikanischen Einzelhandelsmarkt. Er liegt aber deutlich hinter dem Platzhirsch Wal-Mart, der mit einem Umsatz von fast einer halben Billion Dollar auch um ein Vielfaches größer ist.

Doch nicht nur im Vergleich zum großen Konkurrenten relativieren sich die Umsatz- und Gewinnzahlen des Konzerns aus Minneapolis. Denn noch im Geschäftsjahr 2015/16 hatte Target fast 74 Milliarden Dollar umgesetzt und einen Gewinn von annähernd 3,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Der Umsatzrückgang von sechs und der Gewinnrückgang von 19 Prozent zeigt, wie schwierig die Lage des Unternehmens ist.

Umsätze und Gewinne sinken

Grund für den Rückwärtsentwicklung ist das immer dominanter werdende Online-Shopping - speziell durch die Erfolgsgeschichte von Amazon. Der Konzern aus Seattle übertraf Target bereits im Jahr 2013 beim Umsatz. Seitdem haben sich Erlöse von Amazon fast verdoppelt, während sich die von Target sogar leicht rückläufig entwickelten.

Google greift Amazon an

Doch nicht nur Einzelhändler wie Target haben so ihre Probleme mit Amazon. Auch der große Online-Rivale Google musste in den vergangenen Jahren mit ansehen, dass das faktische Monopol bei der Internet-Suche seine Grenzen hat. Denn laut Umfragen informieren sich die meisten Internet-Nutzer bei der Produktsuche zuerst bei Amazon und nicht etwa bei Google. Google entgehen dadurch gewaltige Einnahmen beim Anzeigenverkauf.

Hoffnung Google Express

Somit ist die vor wenigen Monaten ins Leben gerufene Kooperation von Google mit zahlreichen Offline-Händlern nur folgerichtig. Neben Größen wie Wal-Mart, der Baumarktkette Home Depot und dem Drogerieimperium von Walgreens ist auch Target Mitglied der Allianz gegen Amazon. Die Angebot der insgesamt 38 Händler werden dabei auf dem Shopping-Portal "Google Express" zusammengefasst. Ab einem Bestellwert von 25 bzw. 35 Dollar ist die Lieferung kostenlos. Bestellt werden kann auch über Google neue Lautsprecher der "Home"-Serie mit Hilfe des "Google Assistent". Dieser ist Googles Antwort im Bereich künstlicher Intelligenz auf Amazons Echo-Lautsprecher, die derzeit mit massiven Preisnachlässen in den Markt gedrückt. werden.

Der Verbleib von einem der 38 beteiligen Händler bei "Google Express" erscheint allerdings stark fraglich zu sein. Denn die Supermarktkette "Whole Foods Markets" gehört seit diesem Jahr zu - Amazon.

Niedrige Bewertung

In jedem Fall nährt "Google Express" die Hoffnung, dass Target noch auf den Zug zum Online-Shopping rechtzeitig aufspringen kann. Sollte das tatsächlich in nenenswertem Maße gelingen, würden an der Börse vermutlich die bekannten Argumente für die Target-Aktie wieder stärker gewürdigt werden: Eine zum Durchschnitt des Aktienmarkts deutlich unterdurchschnittliche Bewertung verbunden mit einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite im Bereich von vier Prozent.

Target kann traditionell beim Thema Dividende punkten. Der Konzern ist ein so genannten "Dividenden Aristokrat", hat 200 Quartale in Folge ausgeschüttet, in 46 Geschäftsjahren wurde die Ausschüttung angehoben. Dabei erfolgt die Ausschüttung immer noch aus dem überaus üppigen freien Cashflow, der im vergangenen Jahr bei vier Milliarden Dollar lag.

ME