Talanx: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday

Börsenjubiläum Talanx - der wenig bekannte Riese

Stand: 29.09.2017, 11:06 Uhr

Seit dem Börsengang vor fünf Jahren hat sich Aktie des Versicherungsriesen Talanx kräftig nach oben entwickelt. Aber ist ein Zuwachs von 98 Prozent wirklich kräftig genug?

Am 2. Oktober 2012 war es endlich soweit: Die Aktie des Versicherungskonzerns Talanx ging an die Börse. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Konzern bereits 15 Jahre über einen solchen Schritt geliebäugelt. Doch immer wieder kam etwas dazwischen.

Dabei ist der Konzern aus Hannover ein gewaltiger Mitspieler auf dem Versicherungsmarkt - immerhin die Nummer elf in Europa und sogar die Nummer drei in Deutschland. Direkt hinter der Allianz und der Münchener Rück mit ihrer Erstversicherungstochter Ergo verbuchte Talanx im vergangen Jahr Beitragseinnahmen von mehr als 31 Milliarden Euro und verbuchte einen für die Aktionäre relevanten Gewinn von mehr als 900 Millionen Euro.

Von der Größe her sollte die Aktie eigentlich im Dax notieren, doch der geringe Streubesitz von nur 21 Prozent spricht derzeit dagegen. Fast 80 Prozent der Aktien werden vom HDI-Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gehalten.

Bekannteste Marke sind die Rückversicherungstochter Hannover Rück, selbst ein MDax-Mitglied, und die Erstversicherungsmarkte HDI und HDI-Gerling.

Wenn 98 Prozent nicht sonderlich viel sind

Seit dem IPO mit einem Ausgabekurs von 18,30 Euro hat das Papier bis zum seinem Allzeithoch bei 36,32 Euro rund 98 Prozent hinzugewonnen. Hört sich gut an, doch im Vergleich zum MDax ist die Talanx damit trotzdem ein Unterperformer. Denn der MDax, Index für die mittelgroßen Werte an der Frankfurter Börse, legte im selben Zeitraum um gut 130 Prozent zu.

Talanx versus MDax

Talanx versus MDax. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Hauptsitz des Rückversicherers Hannover Rück

Hauptsitz des Rückversicherers Hannover Rück. | Quelle: picture-alliance/dpa

Zuletzt litt die Talanx-Aktie unter einer Reihe von Naturkatastrophen in Nordamerika - wie mehreren Hurrikans und dem Erdbeben in Mexiko. Die Geschehnisse erinnerten die Investoren daran, dass es nach einigen ruhigen Jahren in der Versicherungsbranche auch einmal teure Jahre geben. Zuletzt waren angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus zunehmend fachfremde Marktteilnehmer den Vesicherungskonzernen Konkurrenz gemacht, indem sie selbst Risiken übernommen hatten. Das hatte sehr zum Verdruss der Branchen zu stagnierenden Prämien geführt.

ME