Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Steht Tesla vor einem Short Squeeze?

Stand: 28.06.2018, 10:26 Uhr

Saboteure, Unfälle, Whistleblower: An negativen Nachrichten herrscht bei Tesla derzeit kein Mangel. Dennoch hat die Aktie kürzlich ein neues Jahreshoch erklommen - sehr zum Ärger der zahlreichen Leerverkäufer.

Als Tesla im Frühjahr erstmals einräumen musste, die versprochenen Liefer- und Produktionszahlen für sein Model 3 nicht einhalten zu können, sind zahlreiche Investoren Wetten auf einen fallenden Aktienkurs des E-Autoherstellers eingegangen.

Zunächst mit Erfolg. Binnen kürzester Zeit stürzte die Tesla-Aktie Anfang April um 25 Prozent ab. Die Shorties konnten ihre Gewinne einlösen. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Die Aktie hat sich von ihrem Tief bei 252 Dollar rasch wieder erholt. Seit Anfang Juni ging es sogar rasant in die Höhe, auf ein neues Jahreshoch von knapp 371 Dollar, nur noch 14 Dollar vom Allzeithoch entfernt, das die Tesla-Aktie im September letzten Jahres erklommen hatte.

Zum Kauf empfohlen

Befeuert wurde das Papier von einem positiven Urteil des einflussreichen US-Verbrauchermagazins "Consumer Reports". Das empfiehlt das neue Model 3 seit Ende Mai doch zum Kauf. Ein Software-Update habe dafür gesorgt, dass der Bremsweg deutlich verkürzt wurde, deshalb sei die Bewertung verändert worden, teilten die Tester mit. Eine Woche zuvor hatten die Tester des Magazins noch verkündet, wegen zu schwacher Bremsleistung und anderen Mängeln keine Kaufempfehlung für Teslas Hoffnungsträger abgeben zu können.

Elon Musk stellt am 28. 7. 2017 den neuen Tesla Model 3 vor

Elon Musk stellt den neuen Tesla Model 3 vor. | Bildquelle: picture alliance / Andrej Sokolow/dpa

Binnen zwei Wochen nach Bekanntgabe der Kaufempfehlung schnellte die Tesla-Aktie um 30 Prozent in die Höhe. Damit haben die Short-Positionen gegen Tesla - es soll sich um 30 Prozent des Free Floats handeln - dramatisch an Wert verloren. Noch aber sind die Hoffnungen der Leerverkäufer nicht ganz verloren.

Schafft Tesla sein Produktionsziel?

Sollte Tesla bei der Vorlage seiner Quartalszahlen am 6. Juli erneute Engpässe bei den Liefer- und Produktionszahlen verkünden müssen, würde der Aktienkurs unter Druck geraten, vermuten Analysten. Überhaupt sind die meisten der 24 Experten, die das Unternehmen beobachten, der Meinung, dass die Tesa-Aktie derzeit hoffnungslos überbewertet ist. Sie halten das Papier im Mittel bei 302,67 Dollar fair bewertet. Nur sieben Analysten zeigen sich bullisch und empfehlen einen Kauf, zehn empfehlen die Aktie zu halten und sieben raten zum Verkauf.

Doch was passiert, wenn Tesla das Ziel, die Produktion des Models 3 auf 5.000 pro Woche zu erhöhen, erreicht hat? Firmenchef Elon Musk hatte sich auf der jüngsten Hauptversammlung zuversichtlich gezeigt, die Fertigungsziele beim Hoffnungsträger Model 3 zur Jahresmitte zu erreichen. "Tatsächlich dürfte eine dritte Fertigungslinie helfen, um die Produktion in diesem Monat anzukurbeln", glaubt Analyst Janardan Menon vom Broker Liberum.

Spannende Tage

Sollte Tesla also sein Produktionsziel von 5.000 Model 3-Fahrzeugen bestätigen, wäre dies eine klare Unterstützung für die Aktie, behauptet der Experte. Damit winkt der Aktie ein "epischer Short Squeeze", müssen doch die zahlreichen Leerverkäufer nach einem Anstieg der Aktie ihre offenen Positionen wieder glatt stellen.

Und was passiert, wenn Tesla sein Produktionsziel nicht erreicht? Das dürfte die Aktie zunächst unter Druck setzen - es sei denn, das Unternehmen kann einen konstanten Anstieg der Produktion in Aussicht stellen.

lg

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.