Symrise: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Starkes Wachstum bei Symrise

Stand: 10.03.2020, 11:30 Uhr

Der Duft- und Aromenhersteller scheint geschäftlich recht resistent gegen die Auswirkungen der Viruskrise zu sein. Das abgelaufene Jahr zeigt stabiles Wachstum, aber auch im laufenden Geschäftsjahr traut man sich einiges zu.

Die Aktie reagiert am Dienstag auf die guten Geschäftszahlen und den Ausblick des Unternehmens aus Holzminden mit einem Kursanstieg von knapp sechs Prozent. Der Titel ist in den vergangenen Monaten und Jahren stets besser gelaufen als der MDax, in dem das Papier notiert.

Gewohnt konservativ

Das Vertrauen der Anleger scheint gerade in der derzeitigen Krisensituation durchaus nachvollziehbar. Denn mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie sieht der Konzern laut einem Sprecher aktuell "keine größeren Belastungen". Symrise erwartet, das Wachstum Marktes von etwa vier Prozent im laufenden Jahr "deutlich" zu übertreffen. Auf der Ergebnisseite sollen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen davon - stabile Rohstoffkosten und Wechselkurse vorausgesetzt - mehr als 20 Prozent hängen bleiben. Ein Händler bezeichnete den Ausblick in einer ersten Reaktion mit Blick auf die Gewinnmarge als konservativ.

Im abgelaufenen Jahr hat Symrise vom eigenen Wachstum, aber auch von einer günstigen Entwicklung der Wechselkurse profitiert. Zudem leistete übernommene US-Konzern ADF/IDF in den letzten beiden Monaten des Jahres einen Umsatzbeitrag von 32 Millionen Euro. Mit der im November abgeschlossenen, 900 Millionen US-Dollar teuren, Transaktion will Symrise sein stark wachsendes Geschäft mit Tierfutterzusätzen ausbauen. Die derzeit noch kleinste Sparte "Nutrition", die neben Tierfutterzusätzen auch natürliche Zutaten für die Lebensmittelindustrie herstellt, wuchs 2019 denn auch am stärksten: Inklusive Übernahmen und Währungseffekten war es eine Steigerung um 14,5 Prozent. Der Geschäftsbereich Flavor, der unter anderem die Lebensmittelindustrie mit Aromen versorgt, hat etwas schlechter abgeschnitten als gedacht.

"Liefern wie ein Uhrwerk"

Insgesamt hat Symrise seinen Umsatz 2019 um acht Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert. Ohne Wechselkurseffekte und Übernahmen betrug das Plus knapp sechs Prozent, was im Rahmen des Unternehmensziels von fünf bis sieben Prozent liegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 12,2 Prozent auf 707 Millionen Euro. Der Umsatz lag auf dem Niveau der Analystenschätzungen, die Marge aber ein klein wenig darunter.

Unter dem Strich verdiente Symrise 304 Millionen Euro und damit rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen mit einer um 5 auf 95 Cent je Aktie erhöhten Dividende an dem Gewinnplus beteiligt werden. Analysten wie Baader Bank-Experte Andreas von Arx loben die Stabilität, die die Holzmindener bieten. "Symrise liefert wie ein Uhrwerk." Gerade in den aktuell unsicheren Zeiten an den Finanzmärkten sei das viel wert.

Langzeitprognosen stehen

Das dürfte auch für die Langfristziele gelten, denn auch diese hat Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram bestätigt: Bis 2025 soll der Umsatz auf etwa 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro steigen. Aus eigener Kraft will man pro Jahr um durchschnittlich fünf bis sieben Prozent wachsen. Für die Ebitda-Marge werden langfristig 20 bis 23 Prozent angepeilt.

AB