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Aktie des Tages Software AG: 50 Jahre und noch viel vor

Stand: 29.05.2019, 11:17 Uhr

Die Darmstädter Software AG hat in diesen Tagen gleich zwei Gründe zum Feiern: ihren 50. Geburtstag und den Börsengang vor 20 Jahren. Für langfristig orientierte Anleger hat sich der Einstieg gelohnt - doch sie brauchten Nerven wie Drahtseile.

Seit der Erstnotiz am 26. April 1999 hat die Aktie der Software AG um satte 650 Prozent zugelegt - unter Berücksichtigung eines im Mai 2011 erfolgten Aktiensplits im Verhältnis eins zu drei. Doch es war eine Erfolgsgeschichte mit gewaltigen Rückschlägen.

So brach der Kurs nach dem anfänglichen Rekordhoch von 68 Euro in der Zeit der Dotcom-Blase um die Jahrhundertwende bis 2003 auf 2,80 Euro ein. Ein Desaster, von dem sich das Papier in den Folgejahren aber wieder erholen konnte, wenngleich es das einstige Rekordhoch nie mehr erreicht hat. Auch musste die Aktie 2008 und 2014 erneut heftige Rückschläge hinnehmen.

Schwächelnder Kurs auf Jahressicht

Anleger, die die damaligen Einbrüche zum Kauf genutzt haben, können sich heute über kräftige Kurszuwächse freuen. Dass die im TecDax notierte Aktie ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag schwächelt, hat hauptsächlich mit dem Dividendenabschlag von 71 Cent zu tun. Doch auch im Jahresvergleich schwächelt das Papier, notiert heute 27 Prozent unter dem Kurs von Ende Mai 2018.

Dabei hat das seit August 2018 von dem Inder Sanjay Brahmawar geführte Unternehmen zuletzt überraschend starke Zahlen vorgelegt. So stieg der Gesamtumsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 201,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 42,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Insgesamt wurden die Erwartungen von Experten damit übertroffen.

Software AG-Chef Sanjay Brahmawar

Sanjay Brahmawar. | Bildquelle: Software AG

Jahresprognose leicht angehoben

Auch die Jahresprognose für das wichtige Geschäft mit Datenbanksystemen und Entwicklungsplattformen wie Adabas & Natural hat das Unternehmen angehoben. Danach dürften sich die währungsbereinigten Erlöse in dieser Sparte 2019 im Vergleich zum Vorjahr in einer Spanne von minus drei bis plus drei Prozent verändern, teilte das Unternehmen mit. Bisher war Software AG von minus fünf bis null Prozent ausgegangen. Im ersten Jahresviertel legte der Umsatz hier um 22 Prozent auf 54,7 Millionen Euro zu und damit deutlich stärker als Analysten vorhergesagt hatten.

Bereits im Februar hatte das neue Management mutige Wachstumspläne vorgestellt. Dass der Aktienkurs seitdem trotzdem weiter gefallen ist, erklären Experten mit den Zweifeln bei vielen Anlegern, ob die Pläne auch umgesetzt werden können. Auch Ende Mai verharrt das Papier weiter in einem Bärenmarkt.

Analysten glauben an Kurspotenzial

Zu Unrecht finden die meisten der 17 Analysten, die das Unternehmen beobachten. Während sechs Experten die Aktie zum Kauf empfehlen, raten acht zum Halten und nur drei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 38,50 Euro - knapp 30 Prozent über den aktuellen Kurs.

Die Baader Bank traut der Aktie der Software AG sogar einen Anstieg auf 45 Euro zu. So seien die Chancen des "Internet der Dinge" mit dem aktuellen Kursniveau nicht angemessen eingepreist. Goldman Sachs bleibt dagegen deutlich vorsichtiger: Analyst Gautam Pillai hat die Einstufung nach den jüngsten Quartalszahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 34 Euro belassen.

Doch wie ein Blick auf den Chartverlauf seit der Erstnotiz vor 20 Jahren zeigt, kann sich ein langfristiges Engagement für risikoaffine Anleger bei der Software AG durchaus lohnen.

lg