Waffen

Smith & Wesson: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Chancengleichheit made in USA Smith & Wesson - des Bürgers Ballermann

Stand: 08.04.2014, 15:49 Uhr

Aus Furcht vor einer Verschärfung des US-Waffenrechts kauften viele Amerikaner schnell noch eine Handfeuerwaffe. Davon hat die Smith & Wesson-Aktie zuletzt kräftig profitiert. Aber der Rückenwind könnte schon bald wieder verpuffen.

Es gibt Dinge in God's Own Country, die dem übrigen Teil der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft einfach nicht einleuchten wollen. Dazu gehört die Erlaubnis für Bürger, Feuerwaffen tragen zu dürfen – und das trotz regelmäßig wiederkehrender Katastrophen. In den USA sterben jedes Jahr rund 30.000 Menschen durch Schusswaffengebrauch, mehr als 270 Millionen sind im Umlauf.

"Gott hat große und kleine Männer erschaffen - Colt macht sie wieder gleich", lautet ein geflügeltes Wort aus dem Wilden Westen. Dabei ist den Amerikanern zwar kaum etwas mehr zuwider als Gleichmacherei. Aber Chancengleichheit beim Shootout, natürlich alles zu subsumieren unter den Begriff Selbstverteidigung - das weiß man zu schätzen.

Ich und meine Freunde Smith & Wesson   

Die Fähigkeit, Chancengleichheit herzustellen, haben die Handfeuerwaffen und Gewehre von Smith & Wesson genauso wie der legendäre Colt. Und wem es gleichgültig ist, womit das Unternehmen, dessen Aktien man im Depot hat, das Geld verdient, der ist eingeladen, einen Blick auf die Aktien von Smith & Wesson zu werfen.

Amerikanischer Waffenhändler mit Smith and Wesson MP15

Waffenhändler mit Smith and Wesson MP15.

In den vergangenen zwölf Monaten machten die an der Nasdaq gelisteten Papiere einen Satz um mehr als 70 Prozent nach vorn, während der Nasdaq-Index im selben Zeitraum lediglich um knapp 28 Prozent zulegte. Nachdem die Aktie im Januar erstmals seit Herbst 2007 wieder über die Marke von 15 Dollar gelugt hatte, ging es scharf abwärts.

"Panikkäufe" bei Handfeuerwaffen

Die Wende brachten starke Zahlen zum dritten Quartal Anfang März. Der Gewinn sprang um 42 Prozent an, anschließend verteuerte sich das Papier um satte 18 Prozent. Die Verkäufe kletterten in den ersten neun Monaten um zwölf Prozent. Rund 30 Prozent mehr Handfeuerwaffen von Smith & Wesson gingen über den Ladentisch.

Analysten nennen auch den Grund für den rasanten Anstieg: Aus Furcht vor einer Verschärfung des Waffenrechts wollten viele US-Bürger sich noch schnell mit einer Handfeuerwaffe eindecken.   

Erst schießen, dann denken

Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum

Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum. | Quelle: picture-alliance/dpa

Frag nicht. Handle! So lautet jedenfalls ein pragmatischer Ratschlag von Thomas Jefferson, dem dritten Präsidenten der Vereinigten Staaten und einem der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Mit diesem Zitat bewirbt das Unternehmen seine Produkte. Es könnte natürlich ebenso von Dirty Harry, John Rambo oder von Ex-Präsident George W. Bush stammen.   

Und Handeln wäre für interessierte Investoren möglicherweise ebenfalls angezeigt, sollte es dem Papier demnächst gelingen, die Marke von 15 Dollar schwungvoll zu übersteigen. Im Augenblick sieht es nicht danach aus. Gestern sackte das Papier um 1,7 Prozent auf 14,65 Dollar ab.

Aber wichtig ist vor allem: denken! Denn Experten gehen davon aus, dass der Boom der Handfeuerwaffen demnächst wieder beendet ist - schließlich erwartet kaum noch jemand, dass sich die Gesetzeslage unter dem demokratischen Präsidenten Obama noch ändern wird. Und wenn ihm ein Republikaner folgen sollte, ist das Thema vermutlich erst mal wieder erledigt.

ts

Alle Kommentare (1)

Kommentar von "Marc Brauburger" am 09.04.2014, 01:09 Uhr

Schießen auf Menschen habe ich stets abgelehnt, auch als ich beim Militär war, habe ich mich stets gegen Klappfall-Scheiben, die Gesichter gezeigt haben, gewehrt. Da ich auch das Darten liebe, treffe ich auch mit der Handgun gerne mal das Bulls-Eye. Ich distanziere mich nach wie vor Waffenmißbrauch, egal, welcher Art!

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