Sixt ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Warum die Anleger Sixt neu entdecken

Stand: 04.03.2019, 13:44 Uhr

Der Sixt-Konzern hat keine Angst vor Daimler, Uber & Co. Auch der Münchner Familienkonzern will zum Mobilitätskonzern werden - mit guten Chancen.

Sie begrüßten die Ankündigung von Sixt, eine Mobilitätsplattform in einer einzigen App anzubieten, mit einem Kursplus von über acht Prozent. Auch am Montag geht die Kursrally weiter. Die positive Nachricht konnte die Aktie auch gut gebrauchen, ist sie doch seit ihrem Hoch im August letzten Jahres bei 116,30 Euro auf 65,50 kurz vor Weihnachten abgestürzt, ein Minus von über 40 Prozent.

Seither hat sie sich zwar wieder erholt, doch von den im vergangenen Jahr erreichten Höhen ist sie noch weit entfernt. Doch bei der Vorstellung der neuen App gab sich der 74jährige Firmenpatriarch Erich Sixt wie immer selbstbewusst. "Liebe Mitbewerber, heute ist ein guter Tag für uns und ein schlechter Tag für Euch“, verkündete er vor 1.800 geladenen Gästen.

Alles über eine App

Firmenchef Erich Sixt

Erich Sixt. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Ich habe Generationen von Geschäftsführern überlebt und aus 200 Autos den innovativsten Autovermieter der Welt gemacht“, lobte sich der 74-jährige. Sixt stelle keine Autos her, sondern hin, sagte Alexander Sixt.

Über die App sollen Sixt-Kunden künftig ein Auto mieten, auf dem Parkplatz öffnen und später wieder abgeben können, egal ob am Straßenrand, am Hotel oder in einer Sixt-Vermietstation. "Durch die Verschmelzung der Autovermietung und dem Carsharing sprengt Sixt die Grenzen bestehender Angebote", sagte Strategie-Chef Alexander Sixt.

BMW entschied sich für Daimler

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Bisher kranken viele Carsharing-Angebote daran, dass sie sich nur in Großstädten lohnen und dass Kunden die Autos nur in der Stadt zurückgeben dürfen, in der sie sie angemietet haben. Mit Hilfe von Partnerunternehmen ließen sich auf demselben Weg auch ein Taxi oder ein Fahrdienst bestellen, erklärte Sixt. Die Plattform stehe auch Autoherstellern offen.

BMW hatte sich vor einer Woche gegen Sixt und für Daimler als Partner des neuen Mobilitätsdienstes der Autokonzerne entschieden. Sixt musste das zuvor mit BMW betriebene Joint Venture "Drive now“ verlassen, gegen eine Abfindung von 200 Millionen Euro.

Hauseigene Software

Mehr als ein Jahr hat das Unternehmen nach eigenen Angaben an seiner Neuaufstellung getüftelt. Nun soll die Mietflotte nach und nach auch zu einer Carsharing-Flotte werden.

Ermöglicht werde das durch die hauseigene Software, die nach und nach in alle Mietautos eingebaut wird. Damit könne der Kunde dann entscheiden, ob er ein Auto nur wenige Minuten oder mehrere Wochen mieten will.

Enormes Potenzial

Sixt Leasing

Sixt Leasing. | Bildquelle: Unternehmen, picture alliance / dpa, Montage: boerse.ARD.de

Die Autos werden mit dem Smartphone gefunden, aufgeschlossen und abgerechnet. Die Kombination aus "Sixt Rent“ (Autovermietung) und "Sixt Share“ (Carsharing) startet zunächst mit 2000 Autos in Berlin und soll noch im zweiten Quartal auf drei weitere deutsche Metropolen ausgeweitet werden, später auf das europäische Ausland und die USA.

Hinzu kommt der Taxivermittler "Sixt Ride“, der in 250 Städten funktioniert und unter anderem mit dem Mitfahrdienst Lyft kooperiert. Die App Sixt One bündelt alle Dienste unter einem Dach.

Alexander Sixt sagte, Carsharing allein sei nur Stückwerk und ein Nischenmarkt, die Autovermietung dagegen habe ein Marktvolumen von 58 Milliarden Dollar, Taxi und Ridehailing - private Mitfahrgelegenheiten - sogar von 285 Milliarden Dollar. Die Zusammenführung dieser Angebote eröffne ein enormes Potenzial. Das sehen die Anleger am Freitag offenbar ähnlich.

lg