Shimano: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Shimano und der Fahrrad-Boom

Stand: 06.11.2018, 15:22 Uhr

Der japanische Hersteller von Fahrrad-Komponenten ist einsamer Weltmarktführer. Das Geschäft mit Ketten, Schaltungen und Pedalen bleibt grundsolide und doch wachstumsstark. Die Aktie scheint derzeit eher "günstig".

Die vorläufigen Zahlen zu den ersten neun Monaten, die Shimano Ende Oktober präsentierte, haben die Aktie des Konzerns nicht wirklich aus dem mittelfristigen Abwärtstrend herausreißen können. Das aktuelle Wachstum bei Umsatz und Ergebnis hielt offenbar nicht Schritt mit den hochfliegenden Erwartungen. Dabei hat Shimano seine Erlöse um 3,2 Prozent auf 254 Milliarden Yen (knapp zwei Milliarden Euro) und seinen Nettogewinn sogar um 35 Prozent auf 55 Milliarden Yen (430 Millionen Euro steigern können.

Shimano, E-Bike Komponenten

Shimano. | Bildquelle: Unternehmen

Die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens in seinem Bereich wird von Experten mit der von Microsoft in der Software-Branche verglichen. Im Markt für Fahrradkomponenten beherrschen die Japaner rund 80 Prozent. Weit abgeschlagen rangieren dahinter die Konkurrenten Campagnolo aus Italien und SRAM aus den USA. Shimano, das bereits 1921 in Sakai, einer Industriestadt im Zentrum Japans, gegründet wurde, hat mit seinen Komponenten-Gruppen wie "Dura Ace" oder "Ultegra" die Basis seines Erfolges im Fahrradmarkt geschaffen. Der Konzern erwirtschaftet mit dem Geschäft mit Gangschaltungen, Bremsen und Zahnkränzen rund 79 Prozent seiner Erlöse. Für den Rest der Einnahmen sorgen Angelgeräte wie Ruten und Rollen. Weltweit beschäftigt der Shimano knapp 12.000 Mitarbeiter.

Und der Fahrradmarkt wächst in mehreren Dimensionen. In vielen Emerging Markets können sich immer breitere Bevölkerungsschichten überhaupt erstmals ein Fahrrad leisten. In den Industrieländern lassen viele Menschen in den überlasteten Innenstädten immer öfter das Auto stehen und nutzen das Zweirad - etwa auf dem Weg zur Arbeit.

Shimano, E-Bike Komponente

Shimano. | Bildquelle: Unternehmen

Und in diesen entwickelten Märkten finden Shimano & Co. auch Kundschaft für neue hochpreisige Fahrrad-Konzepte und -Komponenten. Elektronische Schaltungen und Scheibenbremsen sind hochmargige Teile, mit denen immer mehr Räder ausgerüstet werden. Neuartige Fahrrad-Konzepte wie geländetaugliche "Gravel Bikes" mit ihren teuren Einzelteilen werden hier mit Erfolg verkauft. Und natürlich hat Shimano einen großen Anteil am neuen Boom für E-Bikes. Laut Analysten hat sich Shimano hier seit vielen Jahren durch hohe Investitionen in Forschung eine Art Markteintrittsbarriere aufgebaut, die kaum neue Konkurrenz zulässt.

Bewertungstechnisch hat die Aktie laut Analysten auch aufgrund der unumschränkten Marktstellung des Unternehmens seit Jahren eine Art "Monopolisten-Bonus". Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27 ist eher hoch. Allerdings hat die Bewertung durch den Kursverfall der vergangenen Monate wieder ein für Shimano historisch eher günstiges Niveau erreicht. Die Dividendenrendite liegt mit rund einem Prozent ebenfalls in einem eher moderaten Bereich.

AB