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Bausch Health: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 1 Jahr

Berkshire Hathaway für Arme Seltsames Treiben rund um Valeant

Stand: 25.07.2016, 11:03 Uhr

Was für ein Absturz. Vom Glanz des einstigen Börsenlieblings Valeant ist nichts mehr übrig. Der Ex-Boss warf einen Großteil seiner Anteile auf den Markt, ein Hedgefonds stieg komplett aus und die Aktie ist seit Monaten praktisch im freien Fall.

Noch im Juli des Vorjahres mussten Anleger fast 260 Dollar für eine Aktie des kanadischen Pharmakonzerns bezahlen, heute ist sie nicht mal mehr zehn Prozent davon wert. Allein seit Januar dieses Jahres stürzten Valeant um fast 80 Prozent ab und notieren derzeit bei knapp über 20 Dollar.

Das wird bei so manchem Anleger eine simple Frage aufwerfen: Ist das eine Einstiegsgelegenheit? Denn was so tief fällt könnte auch wieder steigen, nicht wahr? Angesichts der äußerst undurchsichtigen Lage des Unternehmens muss man derzeit aber unbedingt davor warnen, in das Unternehmen gutes Geld zu investieren.

Rette sich wer kann?  

Valeant-Chef Michael Pearson

Valeant-Chef Michael Pearson. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Erst vor wenigen Tagen machte Valeant negative Schlagzeilen, als der im Mai nicht ganz freiwillig ausgeschiedene ehemalige CEO Mike Pearson nach Informationen von CNBC ein riesiges Aktienpaket mit einem Wert von 96,8 Millionen Dollar losgeschlagen haben soll. Das warf die Frage auf: Wenn nicht einmal der Ex-Boss vom Unternehmen überzeugt ist, wer ist es dann?

Pearson war nicht der einzige, der Aktien in den Markt warf. Einer der größten Valeant-Investoren, der Hedgefonds Sequoia, verkaufte seinen kompletten Anteil. Der Kurseinbruch von Valeant habe den gesamten Fonds ins Minus gezogen, hieß es in einem Brief an die Investoren. Also hat man sich wohl entschlossen, die Reißleine zu ziehen.

Dichtung und Wahrheit

 Bill Ackman

Bill Ackman. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bei Valeant liegt schon lange einiges im Argen. Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Investor Andrew Left, ein namhafter Leerverkäufer, die Lage bei Valeant mit dem Enron-Skandal verglichen. Das war zwar gewiss Teil einer Strategie, gleichwohl musste Valeant später tatsächlich Fehler bei der Rechnungslegung zugeben. Und die Verkäufe von Pearson und Sequoia nutzte der Shortseller natürlich dazu, seine negative Meinung über Valeant zu untermauern.

Der aktivistische Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman ist aber noch mit einem großen Investment an Bord. Das hat ihm einigen Verlust eingebracht. Ackman hatte deshalb vor Monaten angekündigt, eine noch größere Rolle bei der Unternehmensleitung spielen zu wollen.

Im Mai 2015 war für den Konzern die Welt noch in Ordnung und die Aktie kannte nur eine Richtung: aufwärts. Damals hatte sich Ackman zu der Aussage verstiegen, das Valeant das nächste Berkshire Hathaway werden könne. Zumindest im Augenblick sieht es wirklich nicht mehr danach aus.  

ts