Sartorius VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Sartorius: Wieder eine der besten Aktien der Welt

Stand: 03.08.2018, 10:10 Uhr

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius ist der heimliche Star am deutschen Börsenhimmel: Zum fünften Mal in Folge schafft er es ins Ranking von Boston Consulting der besten Aktien der Welt. Wie machen die Göttinger das nur?

Tatsächlich hat die im TecDax notierte Aktie seit Jahresbeginn einen fantastischen Lauf, ist sie doch um über 70 Prozent gestiegen. Im Juli erklomm sie ihr bisheriges Rekordhoch von 146,30 Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war sie gerade einmal vier Euro wert. Damit lässt sie sogar die derzeit im medialen Rampenlicht stehende Wirecard weit hinter sich.

Mehr noch: Laut dem jährlich erstellten Ranking von Boston Consulting Group der besten Aktien der Welt gehört Sartorius auch diesmal wieder dazu - zum fünften Mal in Folge. Für die zurückliegenden fünf Jahre (2013 bis 2017) erzielte Sartorius demnach eine Rendite von durchschnittlich 36,6 Prozent.

In der Spitzengruppe

Aufbewahrung von biologischen Flüssigkeiten

Sartorius . | Quelle: Unternehmen

Damit liegt Sartorius auch in diesem Jahr wieder in der deutschen Spitzengruppe. Nach Platz eins unter den renditestärksten deutschen Aktien im Vorjahr reichte es dieses Mal zu Platz zwei. Auch im Branchenvergleich schnitt Sartorius erneut gut ab: Nur vier deutsche Aktien zählen zu den besten ihrer Branche weltweit, darunter Sartorius, die im Bereich Medizintechnik Platz neun erreichte. Und angesichts des rasanten Kursanstiegs und des guten Geschäftsverlaufs spricht bereits jetzt viel dafür, dass Sartorius auch im Ranking 2018 wieder ganz vorne mit dabei sein wird.

Die Unternehmensberatung ermittelt mit einem achtköpfigen Expertenteam jedes Jahr aus über 2.400 Aktien weltweit die Titel mit dem besten Gesamtertrag.

Strategie steht im Vordergrund

Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg erklärte den Erfolg des Unternehmens kürzlich so: "Statt auf die kurzfristigen Erträge der Anleger achten wir in erster Linie darauf, langfristig unsere unternehmerische Strategie umzusetzen", sagte er kürzlich im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Auch äußerte er sich "fest davon überzeugt, dass wir automatisch gute Erträge für Aktionäre erwirtschaften, wenn wir es schaffen, unsere Kunden über viele Jahre mit passenden und innovativen Produkten zu bedienen".

Wie erfolgreich das Unternehmen mit dieser Strategie ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: So ist die Ebitda-Marge seit 2013 von 19,5 auf 25,1 Prozent gestiegen, gleichzeitig kletterten die Umsätze in dieser Zeit von 845 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden.

Jahresprognose erhöht

Kreuzburg führt dies auf eine "gut überlegte Strategie und deren konsequenter Umsetzung" zurück. Sagt aber, dass dies von zwei Faktoren abhänge: "Nicht nur neue, attraktive Märkte identifizieren, sondern auch in den Marktzugang investieren. Und Mitarbeiter mit den passenden Kompetenzen und dem nötigen Kampfgeist und Spirit. Dass ein Plan funktioniert, hängt immer vom Menschen ab."

Offenbar geht diese Strategie auch in diesem Jahr auf: Gerade hat das Unternehmen seine Prognose erhöht. Danach soll der Umsatz um zwölf bis 15 Prozent zulegen (bislang neun bis zwölf Prozent). In den ersten sechs Monaten legten die Erlöse wechselkursbereinigt um 11,9 Prozent auf 758,4 Millionen Euro zu, der Nettogewinn verbesserte sich um 14,1 Prozent auf 69,9 Millionen Euro. Trotzdem kam es in den vergangenen Tagen zu leichten Kursrückgängen.

Ging der Kursanstieg zu schnell?

Zellkultivierung im biopharmazeutischen Prozess bei Sartorius

Sartorius Labor. | Bildquelle: Unternehmen

Offenbar ist der rasante Kursanstieg der vergangenen Monate einigen Anlegern und Analysten inzwischen schon unheimlich. So hat das Analysehaus Kepler Cheuvreux die Sartorius-Aktie jüngst von "Hold" auf "Reduce" herabgestuft, das Kursziel aber von 78 auf 111 Euro angehoben. Das Geschäftsmodell des Pharma- und Laborausrüsters sei hervorragend, allerdings lasse die hohe Bewertung der Aktie keinen Spielraum für Fehler, schrieb Analyst Oliver Reinberg.

Auch ist die Aktie mit einem KGV von 60 bereits sehr teuer. Zu teuer? Firmenchef Kreuzburg gibt zu bedenken, dass die Bewertungsfaktoren der gesamten Medizintechnikbranche überdurchschnittlich hoch sind und die Branche langfristig stabil wachsen werde. Value-Anleger dürften also keine Bedenken haben, auch jetzt noch bei Sartorius einzusteigen.

lg