Rheinmetall: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Aktie nach Zahlen auf Rekordhoch Rheinmetall – oder wie Anleger lernten, Waffengeschäfte zu lieben

Stand: 07.11.2017, 13:39 Uhr

Mit einem Plus von mehr als 50 Prozent binnen Jahresfrist zählt die Rheinmetall-Aktie zu den Lieblingen am deutschen Aktienmarkt. Das Rüstungsgeschäft läuft blendend, das zeigen auch die neuen Zahlen.

Rheinmetall hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres von besseren Geschäften mit Munition, Panzern und Autoteilen profitiert. Konzernweit kletterte der Umsatz um 6,9 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis schnellte gar um 27 Prozent oder 49 Millionen Euro auf 231 Millionen in die Höhe.

Rüstungssparte als Ergebnis-Turbo

Dazu trug der Bereich "Defence" den größten Batzen bei; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs das operative Ergebnis in der Rüstungssparte um 88 Prozent oder 28 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro.

Die Autosparte "Automotive" konnte ihr operatives Ergebnis dagegen "nur" um 14 Prozent oder 23 Millionen Euro steigern auf nunmehr 186 Millionen Euro.

Teure Schließung

Trotz der großen operativen Fortschritte sank das auf die Aktionäre entfallende Nettoergebnis von 42 auf 36 Millionen Euro.

Dahinter steckt die jüngst angekündigte Schließung der Kolbenfertigung am französischen Standort Thionville. Dabei fallen Kosten für Abfindungen, Rückbau und Abschreibungen an, die mit 22 Millionen Euro zu Buche schlagen. Mittelfristig will Rheinmetall damit aber rund zehn Millionen Euro jährlich einsparen.

Aktie auf Allzeithoch

An der Börse kommt das frische Zahlenwerk gut an. Die Rheinmetall-Aktie steigt bis auf ein Rekordhoch von 105,30 Euro. Seitdem der MDax-Titel zu Beginn des Börsenjahres seine alte Rekordmarke aus dem Jahre 2007 überwunden hat, kennt er kein Halten mehr. Binnen Zwölf-Monats-Frist ist die Rheinmetall-Aktie um 54 Prozent gestiegen.

Zwar waren auch andere Rüstungskonzerne zuletzt an der Börse stark gefragt. So stieg eine Lockheed Martin binnen Jahresfrist um 20 Prozent, eine Raytheon um 25 Prozent. Doch eine so extrem gute Performance wie bei Rheinmetall sucht man bei der Konkurrenz vergebens.

Rheinmetall Saudi Arabien

Das Geschäft mit Rüstung läuft. | Bildquelle: Saudi Arabian Military Industries

Ist eine Trennung die Lösung?

Noch mehr Wert für die Anleger könnte Rheinmetall nun durch eine konsequente Trennung von Geschäftsteilen realisieren, haben doch die beiden Sparten Automotive und Defence  so gut wie gar nichts miteinander zu tun, Synergien lassen sich hier nicht heben.

Das führt zu einer konsequenten Unterbewertung insbesondere der Rüstungssparte, die im Vergleich zum Autosegment über die besseren Wachstumsperspektiven verfügt. Ein Verkauf oder IPO der Autosparte könnte als Katalysator einer neuen Rheinmetall-Rally fungieren.

Um das beim Management durchzusetzen, bedarf es aber unter Umständen mehr Druck von außen – etwa durch den Einstieg eines aktivistischen Investors.

ag