PVA Tepla: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages PVA: Hochtechnologie aus Hessen

Stand: 26.02.2018, 15:19 Uhr

Hightech kommt ausschließlich aus Kalifornien? Nicht immer. Auch in der hessischen Provinz gibt es Firmen mit innovativen Geschäftsmodellen. Hier ein Beispiel aus dem Landkreis Gießen - mit einer bewegten Geschichte.

Die Rede ist von PVA Tepla, einem Zulieferer für die Halbleiter- und Solarbranche. Das aus dem Vakuum-Anlagenbau kommende Unternehmen ist seit langem an der Börse notiert und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Nach dem Hype im Jahr 2000, als der Kurs in der Spitze bis auf 38 Euro schoss, ging es im Sturzflug abwärts. Noch im gleichen Jahr waren die Anteilsscheine für weniger als zehn Euro zu haben. Im Jahr 2003 entkam das Papier nur ganz knapp dem Pennystock-Dasein, als es kurz die Ein-Euro-Grenze touchierte.

Darauf folgte eine bis Anfang 2008 währende Erholung, die den Kurs über zwölf Euro trieb. Im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftkrise brach auch PVA wieder ein, bis auf 2,22 Euro im Februar 2009. Danach pendelte das Papier jahrelang zwischen zwei und drei Euro - bis es im Sommer letzten Jahres plötzlich wiederentdeckt wurde. Seitdem ist die PVA-Aktie von 3,00 Euro Anfang August auf 15,25 Euro im Januar gestiegen. Von dem Minicrash Ende Januar hat es sich wieder erholt und notiert zuletzt bei 14,35 Euro.

Nicht für schwache Nerven

Für Anleger mit schwachen Nerven eignet sich das Papier also kaum. Doch das Geschäft mit Anlagen zur Herstellung von industriell genutzten Kristallen sowie Vakuum- und Hochtemperatursystemen brummt wie lange nicht. So hat sich der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2017 von 70,5 Millionen auf 164 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Allein im Dezember konnte das Unternehmen einen Großauftrag für Silizium-Kristallzuchtanlagen in Höhe von rund 47 Millionen Euro verbuchen. Alle Produktbereiche hätten im vergangenen Jahr mindestens zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, berichtet das Unternehmen. Im Industriebereich betrug das Wachstum rund 50 Prozent. Im Halbleiterbereich seien Bestellungen für Kristallzuchtanlagen in Höhe von rund 80 Millionen Euro eingegangen, 69 Millionen mehr als im Vorjahr.

Papier bereits teuer

Angesichts solcher Wachstumszahlen kann es also nicht überraschen, dass die im Prime Standard der Frankfurter Börse notierte Aktie aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen wurde und sich binnen einem halben Jahr verfünffacht hat. Dass der Titel in den nächsten Monaten noch einmal einen solch gewaltigen Aufstieg erfährt wie im zweiten Halbjahr 2017, ist aber mehr als unwahrscheinlich.

Denn mit einem KGV von derzeit 88,12 auf Basis des für 2018 erwarteten Gewinns ist das Papier bereits relativ teuer. Positiv stimmt immerhin, dass die Aussichten für das laufende sowie für das nächste Jahr positiv sind. Für 2018 stellt PVA weitere Großprojekte in Aussicht. Der Vorstand erwartet eine Steigerung bei Konzernumsatz und Ebitda von rund zehn Prozent gegenüber 2017. Für 2019 wird eine weitere Umsatz- und Ertragssteigerung in der Größenordnung von 30 Prozent erwartet.

Verbesserte Geschäftslage

Auch hat das Unternehmen die verbesserte Geschäftslage genutzt, um sich finanziell besser gegen die konjunkturellen Schwankungen zu wappnen. So ist der operative Cashflow zum 30. September 2017 auf 12,3 Millionen Euro gestiegen. Der gesamte Cash Flow betrug in den ersten neun Monaten 2017 einschließlich wechselkursbedingter Veränderungen plus 1,8 Millionen Euro, nach minus 4,7 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Nettofinanzposition liegt wieder im grünen Bereich.

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PVA-TePla. | Bildquelle: Unternehmen

Wegen der starken Abhängigkeit des Unternehmens vom Lauf der Konjunktur und angesichts des höchst volatilen Geschäftsverlaufs in den letzten Jahren ist der Kauf von PVA-Anteilen nur für besonders risikoaffine Anleger geeignet.

lg