Procter & Gamble: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Procter & Gamble neu entdeckt

Stand: 21.11.2018, 10:29 Uhr

Während die Aktienmärkte weltweit eingebrochen sind und besonders die Techwerte drastische Verluste erlitten, erklomm Procter & Gamble jüngst ein neues Zwölf-Monats-Hoch. Was macht die Aktie so attraktiv?

Defensive Aktien gelten in Zeiten fallender Börsen und einer sich abschwächelnden Konjunktur traditionell als sicherer Hafen. Von dieser Tendenz profitiert in diesem Jahr besonders der US-Konsumgüterhersteller und weltweite Nummer eins der Branche, Procter & Gamble. Die im US-Leitindex Dow Jones enthaltene Aktie hat nach einem tiefen Fall im Frühjahr auf rund 71 Dollar, 20 Dollar weniger als noch zu Beginn des Jahres, ein ebenso spektakuläres Comeback erlebt.

Procter & Gamble-Zentrale in Cincinnati, Ohio

Procter & Gamble Hauptverwaltung in Cincinnati. | Quelle: picture-alliance/dpa

In der vergangenen Woche erklomm sie sogar ein neues Zwölf-Monats-Hoch bei knapp 94 Dollar. Analysten erklären das Revival mit der guten Geschäftsentwicklung. So hat der Konsumgüterkonzern im ersten Geschäftsquartal (Ende September) aufgetrumpft, dank einer unerwartet starken Nachfrage nach Kosmetikprodukten und Erkältungsmitteln.

Besser als erwartet

Die Belastungen aus dem starken Dollar hat der Konzern ebenfalls überraschend gut weggesteckt. So lag der um Währungseffekte und Zu- und Verkäufe bereinigte Umsatz des Gillette-, Pampers- und Ariel-Herstellers bei 16,7 Milliarden Dollar, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Das war der stärkste Zuwachs in fünf Jahren. Analysten hatten sich im Schnitt auf einen Rückgang eingestellt. Der Gewinn legte um zwölf Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zu. Teilweise war das auf einen Erlös aus dem Ende eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Generikahersteller Teva zurückzuführen. Bereinigt um Sonderfaktoren fielen je Aktie 1,12 Dollar an, was ebenfalls mehr war als am Markt erwartet.

Es sei lange her, dass der Konzern die Erwartungen habe übertreffen können, schrieben die Analysten von RBC Capital Markets. Es sehe so aus, als ob die von P&G gestarteten Maßnahmen nun langsam Früchte trügen. So hatte der Konzern sein Onlinegeschäft ausgebaut, Kosten gesenkt und sein Marken-Portfolio verjüngt.

Ausblick bestätigt

Getragen wurde das Wachstum vor allem von der Kosmetik, wozu etwa die Hautpflegecremes von Olaz oder die in Asien beliebte Luxusmarke SK-II gehören. Auch bei den Wasch- und Reinigungsmitteln sowie der Erkältungsmedizin von Wick lief es gut. Im Geschäft mit Windeln musste P&G erneut Rückgänge verbuchen.

Procter & Gamble-Produkte

Procter & Gamble-Produkte. | Bildquelle: Unternehmen

Für Erleichterung sorgte zudem der bestätigte Ausblick für das Gesamtjahr. Einige Experten hatten aufgrund des Währungsdrucks und steigender Rohstoffkosten eine Senkung befürchtet. Im Gesamtjahr soll der bereinigte Gewinn je Aktie ausgehend von den 4,22 Dollar des Vorjahres um 3 bis 8 Prozent wachsen. Organisch will P&G beim Umsatz um zwei bis drei Prozent zulegen.

Dividende seit 1890

Und noch etwas macht die Aktie so attraktiv: Procter & Gamble zahlt seit 128 Jahren, also seit 1890, ununterbrochen eine Dividende. Zuletzt erhielten die Anleger am 15. November eine vierteljährliche Ausschüttung von 0,7172 Dollar an seine Aktionäre.

Damit schüttet der Konzern auf das Gesamtjahr gerechnet 2,8688 Dollar aus. Beim derzeitigen Börsenkurs von 92,10 Dollar entspricht dies einer aktuellen Dividendenrendite von 3,11 Prozent. Der im Dow-Jones-Index gelistete Konzern steigert die Ausschüttung seit 62 Jahren ununterbrochen.

Konsumgütermarkt wächst weiter

Und wie geht es nun weiter? Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung in den drei wichtigsten Absatzregionen Asien-Pazifik, Europa und USA, erwartet Procter eine zunehmende Nachfrage nach Kosmetik und Gesundheitsprodukten. Der potenzielle Markt für Konsumgüter dürfte von 470 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 540 Milliarden im Jahr 2022 zunehmen. Als Nummer eins der Branche sieht sich das Unternehmen bestens gerüstet, um an diesem Wachstum zu partizipieren. Für konservativ orientierte Anleger könnte sich also ein Blick auf P&G lohnen.

lg

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Die zehn besten Dividendenaristokraten Von W.W. Grainger bis Abbvie

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W. W. Grainger
Gerade noch unter die Top Ten hat es W. W. Grainger geschafft. Der 1927 von William W. Grainger gegründete Industriezulieferer mit Sitz in Lake Forest bei Chicago hat seine Dividende seit 1971 Jahr für Jahr erhöht. Die Dividendenrendite liegt bei rund zwei Prozent.