Procter & Gamble: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Procter & Gamble, der schwerfällige Riese

Stand: 11.12.2017, 15:56 Uhr

Wer kennt sie nicht, so bekannte Konsumgütermarken wie Always, Pampers, Gillette oder Oral B? Alle vom Konsumgüterriesen Procter & Gamble aus dem Leitindex Dow Jones. Ein krisensicheres und profitables Geschäft. Trotzdem hängt bei P&G der Haussegen schief.

Was am 75-jährigen Investor Nelson Peltz und seiner Firma Trian Fund Management LP liegt. Peltz und das Management liefern sich derzeit einen erbitterten Kampf um einen Vorstandssitz. Nachdem es erst hieß, Peltz sei bei der Abstimmung der Aktionäre knapp gescheitert, hat ein unabhängiger Inspektor ihm jetzt Recht gegeben. Offen ist aber immer noch, ob er in den Vorstand des Unternehmens aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio einziehen wird.

Beim Blick auf den Chart fällt auf, dass immer wenn Peltz im Spiel war, die Börse positiv reagiert hat. Am Kapitalmarkt werden seine Fragen also mit Interesse vernommen. Frischer Wind für einen 230-Milliarden-Dollar-schweren Riesen, der sich vielleicht ein bisschen zu bequem zurücklehnt? So etwas kommt in aller Regel gut an an der Börse.

Blick auf die Marktanteile

Die wichtigste Frage des Nelson Peltz ist in der Tat eine, bei der Aktionären die Ohren klingeln sollten: Was unternimmt der Konsumgüterriese gegen den Verlust von Marktanteilen? Warum sieht das Management unter seinem Chef David S. Taylor nicht, dass kleinere Marken derzeit deutlich stärker wachsen als so manche etablierte? Und warum kann ein kritischer Geist nicht in den Vorstand einziehen? Die Antwort darauf ist P&G bisher schuldig geblieben.

Nelson Peltz

Nelson Peltz. | Bildquelle: Screenshot CNBC

Beispiel Rasiergeschäft: Hier dominiert die Konzerntochter Gillette den Markt einem Anteil von rund 50 Prozent. 2011 aber lag der Marktanteil bei fast 65 Prozent. Auch die Frage, warum das organische Wachstum zwischen 2011 und 2017 mit nur 2,3 Prozent hinter dem der Wettbewerber zurückblieb, geht ans Eingemachte.

Zu P&Gs Konkurrenten gehören unter anderem die deutschen Markenartikler Henkel und Beiersdorf aus dem Dax, aber auch Schwergewichte wie Kimberly Clark, Colgate-Palmolive oder Unilever (wobei die Niederländer mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von 6,3 Prozent an der Spitze der Vergleichsgruppe liegen). Im Ausblick wird denn auch mit einem Wachstumsplus im Kerngeschäft von "nur" zwei bis drei Prozent gerechnet, ein eher bescheidenes Ziel.

Procter & Gamble-CEO David S. Taylor

Procter & Gamble-CEO David S. Taylor. | Bildquelle: Procter & Gamble

Sortiment gestrafft, Kosten gesenkt

Andererseits hat P&G sein Sortiment zuletzt kräftig gestrafft und dabei Unternehmensteile verkauft. So zum Beispiel das Batteriegeschäft (Duracell), das für 4,7 Milliarden Dollar an Berkshire Hathaway ging, oder insgesamt 43 Schönheitsmarken an Coty für 12,5 Milliarden Dollar. Auch rund zehn Milliarden Dollar Kosten wurden eingespart.

Procter & Gamble-Produkte

Procter & Gamble-Produkte. | Bildquelle: Unternehmen

Insgesamt finden sich noch 65 Marken unter dem P&G-Dach - nach zuvor 170. Das Geschäft wird in fünf Sparten betrieben, wovon der Bereich Textil- und Hauspflege der größte ist mit einem Umsatzanteil von 32 Prozent (gefolgt von Körperpflege, Schönheit, Gesundheit und Reinigungsmittel).

Strategisch will sich der Vorstand auf Wachtumsmärkte wie China oder Indien mit einem wachsenden Mittelstandssegment konzentrieren und auch die operative Marge von derzeit 22,1 Prozent steigern. Zudem werden weitere Kostensenkungen in gleicher Größenordnung angestrebt. P&G gehört darüber hinaus zu den insgesamt 23 Dividendenkönigen - Unternehmen, die seit 50 Jahren stetig die Dividende erhöhen. Alles nicht schlecht, aber geht es nach Nelson Peltz, wäre wohl noch mehr drin.

rm

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