Philip Morris: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Philip Morris: Gelegenheit für Schnäppchenjäger?

Stand: 11.05.2018, 13:04 Uhr

Die Philip-Morris-Aktie ist nach den jüngsten Quartalszahlen heftig unter die Räder gekommen auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen. Eine hohe Dividendenrendite lockt. Hat sich damit eine Kaufgelegenheit eröffnet oder doch eher nicht?

Fakt ist zunächst, dass eine überraschend schwache Umsatzentwicklung des Tabakkonzerns die Anleger verschreckt hat. Die Aktien des in New York ansässigen Unternehmens, das aber ausschließlich außerhalb der USA agiert, sackten Anfang Mai bis auf 80,10 Dollar ab, und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2015.

In Zeiten einer allgemein nachlassenden Nachfrage nach klassischen Zigaretten gilt es als Alarmzeichen, dass der Marlboro-Mutterkonzern im ersten Quartal die Umsatzerwartungen verfehlt hatte. Während die Branche allgemein nach Auswegen aus der Misere sucht - etwa durch elektronische Zigaretten - reagieren Anleger auch verstimmt darauf, dass das Unternehmen bei seinem Tabakstift iQOS in Japan mit einem niedriger als erhofften Wachstum rechnet.

Philip Morris iQOS E-Zigarette

iQOS E-Zigarette. | Bildquelle: Unternehmen

Stimmungsdämpfer

Celine Pannuti von JPMorgan sieht in der Umsatzentwicklung und einem entsprechend schwächeren Ausblick einen Stimmungsdämpfer. Die Analystin verwies darauf, dass Philip Morris das Wachstum auf vergleichbarer Basis nun bei acht Prozent sehe, was unter der bisher bekannten Spanne von "über acht Prozent" liege. Keine Entlastung brachte derweil, dass der im ersten Quartal erzielte Gewinn unter dem Strich von Analysten sogar positiv gewertet wurde.

Vielmehr sehen einige Experten die enttäuschenden Zahlen zum Konsum der E-Zigaretten in Japan als eine kalte Dusche für all diejenigen, die behaupten, die elektronischen Verdampfer seien eine ernsthafte Alternative zum schrumpfenden Tabakmarkt. Gerade das schwache Wachstum in Japan sei ein Grund zur Besorgnis, erklärt Rich Duprey von der Beratungsfirma TMF Corp, habe sich der japanische Tabakmarkt doch stets als wegweisend für die meisten Industrieländer erwiesen.

Dividendenrendite von über fünf Prozent, trotz "Juuling"

Noch besorgter reagieren Anleger auf den Erfolg von Juul, einer E-Zigarette in Form eines längeren USB-Sticks. Sie lässt sich am Laptop aufladen und ist gerade dabei, den milliardenschweren US-Markt neu aufzurollen. "Juuling" heißt der neue Hype an US-Highschools. Für die Jugendlichen ist es das "iPhone der E-Zigaretten" - und hat sich binnen weniger Monate zum Albtraum der traditionellen Tabakkonzerne entwickelt, ist doch der Anteil von Juul am amerikanischen E-Zigarettenmarkt von fünf Prozent auf nun mehr als 50 Prozent geklettert.

Marlboro von Philip Morris

Marlboro Philip Morris. | Bildquelle: colourbox.de

Die Deutsche Bank hält dennoch an ihrer Kaufempfehlung für die Philip-Morris-Aktie fest - und verweist dabei auf die Dividendenrendite von historisch hohen 5,15 Prozent. Tatsächlich schüttet der Konzern 2018 auf das Jahr hochgerechnet 4,28 Dollar an die Aktionäre aus, bei einem derzeitigen Kurs von 83 Dollar. Für Dividendenjäger erweist sich Philip Morris deshalb als ein Schnäppchen.

Unangefochtene Nummer eins

Wie es mit dem Aktienkurs weitergeht, vermag derzeit kaum jemand zu sagen. Analysten verweisen jedoch darauf, dass Philip Morris immer noch der größte Zigarettenhersteller der Welt ist. Allein mit Blick auf Deutschland sind die Zahlen gigantisch: Nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbands hält Philip Morris hierzulande einen Marktanteil von knapp 37 Prozent und ist damit die unangefochtene Nummer eins, gefolgt von Reemtsma mit 25 und BAT mit 19 Prozent. Die Zigarettenindustrie habe im vergangenen Jahr in Deutschland 21,4 Milliarden Euro umgesetzt. Auch wenn der Staat drei Viertel davon als Steuer kassiert hat, bleibt immer noch fast sechs Milliarden Euro davon bei den Herstellern übrig.

Der seit April verzeichnete Rückgang der Aktie könnte sich also als übertrieben herausstellen, angesichts vor allem der Marktstellung von Philip Morris in der Welt.

lg

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