PSA Peugeot-Citroën: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum 6 Monate

Aktie des Tages Peugeot lässt Anlegerherzen höher schlagen

Stand: 14.08.2018, 13:51 Uhr

Die Peugeot-Aktie erlebt an der Börse einen wahren Höhenflug und lässt die Konkurrenten der Branche weit hinter sich. PSA-Konzernchef Carlos Tavares leistet gute Arbeit, vor allem der schnelle Turnaround bei Opel fasziniert die Anleger.

In den vergangenen sechs Monaten kletterte die Peugeot-Aktie um mehr als 40 Prozent und erreichte ein Niveau wie zuletzt im Jahr 2008. Sogar die Marke von 25 Euro konnten Peugeot zeitweise überspringen. Der Vergleich mit Branchenmitstreitern zeigt, wie außergewöhnlich die Performance ist: Volkswagen etwa sackten im gleichen Zeitraum um rund zwölf Prozent ab, BMW um knapp vier Prozent, Daimler-Titel büßten etwa 18 Prozent ein.

Die Sanierung kommt voran

An der rasanten Kursentwicklung hat nicht zuletzt der Erfolg der Marke Opel großen Anteil. Konzernchef Carlos Tavares scheint bei der Sanierung auf die richtigen Knöpfe zu drücken. Opel hatte überraschend zum Halbjahr ein positives operatives Ergebnis in Höhe von 502 Millionen Euro ausgewiesen.

Dabei sind zwar weder Einmalkosten, Steuern noch Zinsen berücksichtigt, gleichwohl sieht der neue Mutterkonzern PSA aus Frankreich einen erfolgreichen Neustart der vor knapp einem Jahr übernommenen Marke. Zum Richtungswechsel beigetragen hat eine Kürzung der Fixkosten um 28 Prozent. Der Autobauer konnte die Produktionskosten deutlich schneller senken als geplant.

PSA-Chef Carlos Tavares

PSA-Chef Carlos Tavares. | Bildquelle: picture alliance / Arne Dedert/dpa

Die Marge erreichte von 5,0 Prozent. Zum Vergleich: Bei den anderen PSA-Marken Peugeot, Citroën und DS betrug die Marge 8,5 Prozent. Es gibt also durchaus noch einiges Potenzial. Zuletzt hatte Opel laut einem Sprecher im Jahr 2016 eine positive Halbjahresbilanz - wenn auch deutlich niedriger. Den letzten Jahresgewinn verbuchte Opel deshalb vor knapp zwei Jahrzehnten im Jahr 1999.  

Gigantische Bilanz

Auch unter den Experten ist die positive Meinung ziemlich einhellig. Max Warburton vom US-Analysehaus Bernstein Research hatte von schlicht gigantischen Halbjahreszahlen Peugeots gesprochen. Der PSA-Konzern hatte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten um gut 40 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Auf die erstmals enthaltene Opel-Vauxhall-Sparte entfielen davon 9,95 Milliarden Euro. Ohne den Zukauf wuchs das Geschäft um 22,9 Prozent.

Reuters-Angaben zufolge empfehlen von 21 Experten sieben die Aktie zum Kauf, sieben sehen sie als „Outperformer“. Vier Fachleute raten das Papier zu halten. Lediglich ein Analyst sieht Peugeot als Underperformer, nur zwei würden sie verkaufen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass der Erfolg der Marke Opel jetzt gewissermaßen eingepreist sein könnte. Um die Börse weiterhin zu überzeugen, wird Tavares nachlegen müssen - sonst könnten irgendwann Gewinnmitnahmen drohen.

ts