Partners Group: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Partners Group: Wohin denn noch?

Stand: 24.08.2017, 13:33 Uhr

Es kommt nicht oft vor, dass Firmenchefs vor der eigenen Aktie warnen und sie für überteuert halten. Genau das hat der Verwaltungsrat des Schweizer Vermögensverwalters Partners Group kürzlich getan. Den rasanten Kursanstieg konnte er aber nur kurz unterbrechen. Und jetzt?

Tatsächlich kannte die Aktie des in Baar im schweizerischen Kanton Zug ansässigen Vermögensverwalters in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: Nach oben. Zuletzt notierten die Papiere bei 628 Franken. Vor vier Jahren waren es noch 184 Franken. Damit hat sich der Kurs mehr als verdreifacht. Das KGV liegt bei 28,6. Die Marktkapitalisierung erreicht 16,8 Milliarden Franken - was Partners Group zu einem Kandidaten für den Aufstieg in den Schweizer Bluechip-Index SMI macht.

Partners Group-Verwaltungsratspräsident Peter Wuffli

Verwaltungsratspräsident Peter Wuffli. | Bildquelle: Partners Group

Verwaltungsratspräsident Peter Wuffli zog deshalb die Reißleine. Auf der Hauptversammlung im Mai warnte der die Aktionäre vor einer allzu großen Gutgläubigkeit in weiter steigende Kurse. Man agiere in einem Marktumfeld, das sich durch vergleichsweise geringes globales Wachstum und bedeutende geopolitische Risiken auszeichne und in welchem die Bewertung über die meisten Anlageklassen hinweg ungewöhnlich hohe Niveaus erreicht habe, so Wuffli, der von 2001 bis zu seinem Rücktritt 2007 die größte Schweizer Bank, UBS, leitete.

Kurs steigt nicht automatisch weiter

Es sei also naiv zu glauben, dass der Kurs der Aktie von Partners Group automatisch weiter von 600 Franken auf 700 Franken weiter steigen werde. Prompt ging der Kurs in den folgenden Tagen in die Knie und sackte bis auf 577 Franken ab. Doch die Warnung dauerte nur wenige Wochen.

Denn statt einer Gewinnwarnung, wie einige Anleger bereits befürchtet hatten, hat der Vermögensverwalter im ersten Halbjahr die Erwartungen erneut übertroffen und deutlich mehr Geld eingesammelt als geplant. Der Grund: Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase greifen Investoren verstärkt auf alternative Anlagen wie Private Equity zurück. Dies spielt Spezialisten wie Partners Group in die Karten: 31 der 57,8 Milliarden von Partners Group verwalteten Euro sind in Private Equity investiert.

Prognose erhöht

Der Zufluss in Höhe von 6,9 Milliarden Euro war derart stark, dass die Firma umgehend die Prognose für das laufende Jahr angehoben hat - und der Aktie weiteren Auftrieb verschaffte.

Das Unternehmen rechnet jetzt mit Geldzuflüssen von zehn bis zwölf Milliarden Euro, statt der ursprünglich erwarteten acht bis zehn Milliarden. Anfang August erreichte die Aktie mit 638,50 Franken ein neues Allzeithoch - ungeachtet der im Juli von Wuffli wiederholten Warnung, die allgemeinen Aktienmärkte wie auch die eigene Aktie hätten ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis erreicht und seien also bereits sehr teuer.

Über die weitere Entwicklung der Aktie sind sich die Analysten uneinig. Von den elf das Unternehmen beobachtenden Experten votieren sechs für einen Zukauf, fünf empfehlen die Aktie zu halten. Die Kursziele schwanken zwischen 475 Franken und 707 Franken. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 629,75 Franken. Das entspricht fast genau dem derzeitigen Stand von 628 Franken.

lg