OHB: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Volle Auftragsbücher, gute Zahlen OHB-Aktie mit Raketenantrieb

Stand: 21.09.2017, 15:24 Uhr

Das Bremer Familienunternehmen strebt im wahrsten Sinne nach "Höherem": OHB entwickelt und baut Satelliten, und das sehr erfolgreich. Selbst Investor Guy Wyser-Pratte ist beim Konzern eingestiegen, was der Aktie zusätzlichen Schub verleiht.

Der Kurs der OHB-Aktie dümpelte einige Jahre recht recht langweilig um die Marke von 20 Euro. Ende September 2017 kostet der Titel nun rund 38 Euro. Aus dem verschlafen wirkenden Titel ist ein "hot stock" geworden.

2,2 Milliarden in Aufträgen

Der rasante Kursanstieg hat mehrere Ursachen. Zum einen läuft es geschäftlich mehr als rund bei dem Bremer Unternehmen, das zu rund 70 Prozent im Familienbesitz ist. Im ersten Halbjahr 2017 konnte OHB sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) trotz leicht erhöhter Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 19,3 Millionen Euro steigern.

Der Konzern hat im zurückliegenden Halbjahr unter anderem in den Bau von Fertigungshallen für die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 investiert. Den Umsatz erhöhte sich von 291 Millionen auf rund 333 Millionen Euro.

Beeindruckender noch sind aber die dicken Auftragsbücher bei OHB. Der Auftragsbestand liegt zurzeit bei 2,2 Milliarden Euro. Wichtige Orders beziehen sich auf den Bau von acht weiteren Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo sowie Entwicklungsarbeiten und die Produktion von Raketenteilen für die Ariane 6.

Investor macht dampf

Was der Aktie aber zuletzt noch mehr Flügel verliehen hat, ist der Einstieg des umtriebigen US-Investors Guy Wyser-Pratte. Wyser-Pratte hat jüngst noch einmal strategische und auch personelle Veränderungen bei OHB angemahnt. Die wichtigsten Funktionen haben noch immer die Großaktionäre, die Familie Fuchs inne - ein Dorn im Auge des Investors. Wyser-Pratte hat in der Vergangenheit bereits bei anderen deutschen Konzernen aus der zweiten Reihe Anteilseigner von notwenigen Reformen zu überzeugen versucht, etwa bei Stada, Rheinmetall und Kuka - oft mit Erfolg.

Nicht zuletzt sind auch Bankenanalysten zuletzt auf den Titel aufmerksam geworden. Sie halten das derzeitige Kursniveau offenbar durchaus noch für attraktiv. Die DZ Bank etwa hat einen "fairen Wert" von 44 Euro taxiert. Das Anlageurteil lautet: "Kaufen".

AB