Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 2 Jahre

Aktie des Tages Muss man jetzt wieder Apple haben?

von Angela Göpfert

Stand: 25.03.2019, 13:49 Uhr

Apple ist tot? Von wegen! Trotz sinkender iPhone-Verkäufe ist die Apple-Aktie an der Börse so gefragt wie schon lange nicht mehr.

Kaum zu glauben, aber nach langer Durststrecke zeigt der Trend bei der Apple-Aktie tatsächlich wieder aufwärts. Am vergangenen Donnerstag sprang sie über ihre 200-Tage-Linie – und sandte damit eines der besten technischen Kaufsignale überhaupt. Am Freitag markierte sie bei 197,69 Dollar ein Vier-Monats-Hoch.

"Das Ende von Apple"

Das schürt Hoffnungen auf ein Comeback des Tech-Riesen, den so viele schon totgesagt hatten. Erst im Januar hatte "Forbes" einen Nachruf verfasst mit dem Titel "The End of Apple". Darin verweist "Forbes"-Autor Stephen McBride auf die sinkenden iPhone-Verkäufe als Todesursache.

Schuld daran seien auch die ständigen Preissteigerungen: Dadurch verzichteten viele Nutzer darauf, in kurzen Abständen ein neues Gerät zu kaufen. Vor allem in China hatte Apple mit seiner Preispolitik zuletzt einen schweren Stand.

Dramatischer Kursverfall

Tatsächlich ist der übersättigte Smartphone-Markt derzeit mit Abstand Apples größtes Problem. Nicht umsonst wurden Investoren besonders hellhörig, als Apple im November 2018 bei Vorlage der Quartalszahlen bekannt gab, keine Absatzzahlen des Smartphones mehr zu veröffentlichen.

Die Apple-Aktie brach in den darauffolgenden Wochen dramatisch ein, Anfang Januar – einen Tag nach der Umsatzwarnung – markierte sie bei 142,00 Dollar den tiefsten Stand seit über einem Jahr.

Neustart als Plattform-Unternehmen

Woher rührt aber der Sinneswandel der Investoren? Nun, der Konzern scheint immer noch kein Antidot gegen die sinkenden iPhone-Verkäufe gefunden zu haben. Doch das braucht er vielleicht auch gar nicht – wenn er die sinkenden iPhone-Erlöse durch Mehreinnahmen in anderen Sparten (über-)kompensieren kann.

Das ist es zumindest, worauf die Anleger spekulieren, die jetzt Apple (wieder-)entdecken. Sie hoffen, dass sich Apple neu erfinden kann – und zwar als Plattformunternehmen, das sein Geld mit Dienstleistungen verdient wie dem Musikstreamingangebot Apple Music, dem Bezahldienst Apple Pay, dem App Store und dem Cloud-Speicherdienst iCloud.

Bezahlen mit dem Apple iPhone

Mit Apple Pay in die Zukunft als Plattform-Unternehmen?. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Service-Sparte als Heilsbringer?

Künftig dürfte noch ein hauseigener Streaming-Dienst das Angebot der Service-Sparte erweitern. Am Montagabend will Apple seinen "Netflix-Killer" vorstellen.

Die Service-Sparte gilt manchem Analysten als Heilsbringer, soll sie doch mittelfristig das iPhone als größten Umsatzbringer ablösen. Bis es soweit ist, brauchen Anleger zwar voraussichtlich einen langen Atem. Doch CNBC-Aktienguru Jim Cramer ist ohnehin überzeugt: "Die Apple-Aktie ist eine Aktie zum Halten – nicht zum Traden."