MongoDB: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages MongoDB auf Wolke sieben

Stand: 29.01.2019, 11:03 Uhr

Der Spezialist für Datenanalyse im Cloud Computing ist auch an der Börse scheinbar überirdisch unterwegs. MongoDB scheint derzeit mit seiner Technologie schwer einzuholen, die Aktie ist allerdings trotzdem hoch spekulativ.

MongoDB bietet im Wesentlichen Unternehmen einen Zugang zu einer so genannten "Open-Source-Datenbank" in der Datenwolke, der "Cloud". In dieser Datenbank werden die Informationen aus dem Unternehmen gesammelt, verarbeitet und ausgewertet. Der Vorteil von MungoDB gegenüber den "klassischen" Datenbankanbietern wie Oracle ist die Technologie: Datenbanken von Oracle basieren auf der inzwischen weniger gefragten SQL-Technik, während MongoDB auf der NoSQL-Technik basiert, die für die Unternehmen schneller und bequemer ist.

Wachstum außer Rand und Band

Das Wachstum, das MongoDB, das seinen Hauptsitz in New York hat, in den vergangenen Jahren aus diesem Startvorteil erzeugt hat, ist enorm und der Hauptgrund für den rapiden Kursanstieg des Titels an der US-Technologiebörse Nasdaq. In den zurückliegenden drei Jahren wuchsen die Erlöse durchschnittlich um 54 Prozent.

MongoDB bietet nicht nur Auswertungsmöglichkeiten von Kundendaten für diese an, sondern entwickelt fortlaufend neue Tools, die diesen Umgang mit Daten verbessern und erleichtern sollen.

Aktie heiß bis sehr heiß

Die Aktie hat sich an der Nasdaq seit dem Börsendebüt vor eineinhalb Jahren nahezu verdreifacht. Analysten verweisen darauf, dass das Unternehmen mit derzeit rund 4,5 Milliarden Dollar bewertet ist - und dass die Umsatzerlöse und Erträge zumindest ein wenig mit weiterem heftigen Wachstum unterlegt sein müssen, um diese Marktkapitalisierung zu rechtfertigen. Im dritten Geschäftsquartal 2018 (bis Oktober) lagen die Erlöse zum Beispiel bei 65 Millionen Dollar, MongoDB hat im selben Zeitraum aber einen Nettoverlust von 31,3 Millionen Dollar gemacht - die Eroberung des Cloud-Datenbankmarktes ist kein billiges Unterfangen.

Die Konkurrenz schläft nicht

Und die Position des technologischen Herausforderers von MongoDB ist durchaus wackelig. Einerseits wird der Wechsel von Unternehmen, die bei Oracle & Co. Kunde sind, durch hohe "Wechselkosten" erschwert. Zum anderen gibt es für MongoDB auch neue Konkurrenten: Anfang Januar etwa startete Amazon eine neue Datenbanksoftware DocumentDB, die in der selben Nische Dienste anbietet, die MongoDB bislang dominierte. Die unmittelbare Folge: Der Kurs von MongoDB rutschte um bis zu 15 Prozent ab. Analysten zufolge ist der Markt für Datenanalyse in der Cloud allerdings groß genug, um mehrere Anbieter zu umfassen. Und MongoDB hat danach technologisch weiterhin einen Vorsprung - den muss das Unternehmen aber wohl aufrechterhalten, um den hochgesteckten Erwartungen der Anlegergemeinde zu entsprechen.

AB