Michael Kors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Neue Perspektiven für die Aktie Michael Kors auf Einkaufstour

Stand: 15.10.2018, 16:01 Uhr

Erst die Schuhmarke Jimmy Choo im Vorjahr, jetzt das bekannte italienische Luxus-Label Versace. Das amerikanische Modeunternehmen Michael Kors ist auf Expansionskurs. An der Börse ist der Funke aber noch nicht übergesprungen.

Denn seit der Versace-Übernahme Ende September ist der Kurs der Aktie unter Druck. Noch im August hatte die Aktie bei 75,41 Dollar an der NYSE ein neues Jahreshoch markiert. Gleichzeitig der höchste Stand seit 2014, als der Kurs bis an die 100-Dollar-Marke lief, diese aber ganz knapp verfehlte. Seitdem fällt das Papier, aktuell bis auf gut 63 Dollar.

Auf Einkaufstour

Dunkelrote Jimmy Choo-Samt-High-Heels

Jimmy Choo. | Bildquelle: Imago

Immerhin 1,8 Milliarden Euro (2,1 Milliarden Dollar) hat sich Kors die Übernahme des legendären italienischen Modehauses kosten lassen, eines der letzen überhaupt, das noch mehrheitlich im Familienbesitz war. Auch der Finanzinvestor Blackstone trennte sich von seinem 20-Prozent-Anteil an Versace, den er 2014 erworben hatte. Vor gut einem Jahr war die Schuhmarke Jimmy Choo für gut eine Milliarde Euro (1,2 Milliarden Dollar) von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann erworben worden.

Michael Kors

Michael Kors. | Bildquelle: Imago

Endgültig über die Bühne gehen soll das Geschäft im vierten Quartal, auch die Behörden müssen noch zustimmen. Nach Abschluss der Transaktion will sich Kors, ursprünglich gegründet und benannt nach dem gleichnamigen amerikanischen Modedesigner, in Capri Holdings umbenennen.


Ehrgeizige Pläne mit Versace

Versace (aus Herbstkollektion 2018)

Versace. | Bildquelle: Unternehmen

Der aktuelle Kors-Chef, John Idol, hat jedenfalls ehrgeizige Pläne mit Versace. Dessen Umsätze will er auf zwei Milliarden Dollar steigern, aktuell werden 850 Millionen Dollar umgesetzt. Chef-Designerin Donatella Versace, die Schwester des 1997 ermordeten Firmengründers Gianni Versace, bleibt jedenfalls an Bord.

Der Luxus-Markt ist hart umkämpft und stark von den konsumfreudigen Käufern aus China bestimmt. Zuletzt lief es für die Branche fantastisch, die Konkurrenz ist aber hart. So bekannte börsennotierte Namen wie LVMH, Richemont oder Kering buhlen um die Kundschaft. Kors sieht sich ebenfalls als Anbieter von Edelmarken, fokussiert sich aber auf ein preislich günstigeres Marktsegment.

Analysten sehen Potenzial

Anders als bei den Anlegern ist die Kors-Aktie zuletzt bei den Analysten besser weggekommen. HSBC-Fachmann Erwan Rambourg sieht das Unternehmen mitten in einer Erholungsphase. Die aktuell auf KGV-Basis niedrige Bewertung zeige, dass der Markt noch nicht an diese Erholung glaube. Kurzfristig ergäbe sich daher eine Kaufgelegenheit.

Auch Jeffries-Analyst Randal Konik bestätigte zuletzt seine Kaufempfehlung und gibt ein Kursziel von 93 Dollar aus, was einem KGV von rund 15 entsprechen würde. Versace könne von Kors Expertise und der Präsenz auf mehreren Verkaufskanälen profitieren, so der Analyst.

Das erhöhte Umsatzziel auf zwei Milliarden Dollar beruhe auch auf den Expansionsplänen für die Marke - so sollen mehr als 100 neue Geschäfte eröffnet werden, das Online-Geschäft gestärkt und das Angebot an Accessoires und Schuhen auf 60 Prozent des Umsatzes ausgebaut werden - von aktuell 35 Prozent.

rm

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Louis Vuitton
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